Lichttherapie mit Rotlicht, Niedrigenergielaser und Nahinfrarot

Sogenannte LLLT (Low Level Laser Therapy) bzw. NIR (Near Infrared Therapy) sind keine neuen Erfindungen. Seit über 50 Jahren experimentiert man mit Lasern und verschiedenen Lichtspektren, die für uns nicht schädlich sind, jedoch tief genug in uns eindringen können um bestimmte Wirkungen zu erzielen. Und dabei geht es genau um dieses „tiefe eindringen“. Denn dies war lange Zeit nur mit Laborequipment und teurer Therapieausrüstung möglich. Was sich jedoch geändert hat, ist die Tatsache, dass seit wenigen Jahren solche Geräte für den Eigenbedarf verfügbar und definitiv auch bezahlbar sind. Zwar muss man auch mit etwa 500€ als einmalige Investition rechnen, aber dafür bekommt man dann auch bereits den aktuellen Marktführer. Und wenn man sich die (angeblichen) positiven Effekte dazu ansieht, relativieren sich die 500€ schnell.

Was ist wenn ich Ihnen sage, dass Sie mit wenigen Minuten Behandlung mehr Energie gewinnen, eine schnelle Regeneration und Wundheilung erzielen, verspannte Muskelregionen entspannen und Fett an bestimmten Stellen „verbrennen“ können? Ich vermute, dass Sie zumindest einmal weiterlesen möchten und die 500€ nicht mehr so dramatisch klingen, oder?

Die Technologie, die sich für den Verbrauchermarkt durchgesetzt hat sind keine Laser sondern einfache LEDs, die jedoch stark genug sind Licht in den benötigten Schwingungen zu erzeugen. Damit erzielt man eben den Effekt, dass Licht nicht von der Haut absorbiert, sondern mehrere Centimeter in diese eindringt. Die Frage, die Sie sich dann stellen müssen ist folgende: Was passiert dann?

Warum genau funktioniert Lichttherapie?

Und das ist ein kleines Problem dieser ganzen Anwendungen. Denn so wirklich wissen wir das nicht. Wissenschaftler haben zwar inzwischen einige Modell erarbeitet wie dies von statten gehen kann, aber das sind tatsächlich nur Modelle, also mögliche Wirkungsweisen, die bestimmte Ergebnisse erklären.

Was man bisher vor allem macht ist eben praktische Erkenntnisse zu gewinnen. Dabei setzt man eine Gruppe einer Behandlung z.B. von 7 Minuten täglich, eine andere Gruppe von 10 Minuten täglich und wiederum einer anderen Gruppe gibt man ein Placebo und setzt sie vor wirkungsloses Licht. Am Ende vergleicht man was sich getan hat. Z.B. ob die Zellen mehr ATP und damit Energie zur Verfügung haben, ob gewisse Entzündungsmarker mehr oder weniger sind, ob sich Fettgewebe freisetzt oder nicht, usw.

Im Laufe der Zeit hat man bereits eine ganze Menge dieser Versuche durchgeführt, versteht aber immernoch nicht den genauen Wirkungsmechanismus – und vermutlich wird dies auch noch einige Jahre dauern. Ihnen kann es aber insofern egal sein, als diese Wirkungen teilweise ziemlich eindeutig bestätigt wurden. Und es ist so, dass die Studienlage inzwischen sehr umfassend ist. Werfen wir einen Blick auf die am besten bewiesene Wirkung und den Mechanismus der dahinter (wahrscheinlich) abläuft:

Vereinfacht gesagt dringt ein gewisser Teil an Protonen in unsere Zellen ein. Einige davon werden reflektiert, andere bereits von der Haut absorbiert. Damit wir eine Wirkung erzielen müssen wir sicherstellen, dass die Protonen auch tatsächlich in die gewünschten Stellen eindringen können. 

Die Protonen durchdringen die Zellwand und treffen auf die Mitochondrien, die dadurch ihre ATP sowie die ROS („Modulation reaktiver Sauerstoff Spezies“) Produktion steigern. Beides setzt im Zellkern sogenannte „Transkriptionsfaktoren“ in Gang. Wir möchten jetzt nicht ins Detail gehen um welche Transkriptionsfaktoren es sich hierbei handelt. Das Ergebnis ist jedoch, dass diese Einfluss auf die Protein-Synthese haben. Damit werden weitere Prozesse in Gang gesetzt, die auch an anderen Stellen unsere Körpers wirken. Z.B. durch die Ausschüttung bestimmter Hormone. Wie stark dieser Prozess wirkt ist auch davon abhängig um welche Zellarten es sich handelt. So scheinen „Immunzellen“ besonders betroffen zu sein.

Im Allgemeinen sprechen wir von „photobiomodulation“ - eben weil eine photochemische Reaktion in den Zellen ausgelöst wird. Die grundsätzliche Funktionsweise ist die, dass durch die Aufnahme eines Protons Elektronen angeregt werden und von einem niedrigeren auf einen höheren Energiezustand wechseln. Wesentlich ist dabei die Cytochrome C Oxidase (CCO), die als „Chromophore“ fungiert und die Protonen „aufnimmt“. Dadurch werden Reaktionen ausgelöst, die ansonsten nicht (so einfach) stattfinden würden wie die Produktion von ATP, NADH, Proteine und RNA.

Was man an dieser Stelle gleich vorweg nehmen muss ist folgendes: Ob eine Behandlung die gewünschte Wirkung zeigt oder nicht, ist vor allem auch davon abhängig die richtige Leistung und Entfernung zu wählen. Gute Geräte wie der RedRush zeichnen sich dadurch aus, die Anwendung so einfach und sicher wie möglich zu machen. RedRush wird über eine App gesteuert. Man wählt die gewünschte Anwendung aus, das Gerät passt die Leistung an und gibt die klare Anweisung wie weit man sich von der Lichtquelle entfernen soll.

Grundsätzlich gilt, wenn nur eine sehr oberflächliche Behandlung erfolgen soll, ist die Entfernung größer und der ganze Körper wird beleuchtet. Und bei einer tiefer eindringenden Behandlung ist eine geringe Entfernung von ca. 20cm und lediglich die Beleuchtung der erwünschten Region erforderlich. Hält man sich nicht an diese Vorgaben oder verwendet Geräte, die einem dabei nicht helfen ist es sehr wahrscheinlich, dass die Anwendung deutlich unter- oder überdosiert ist. Beides erzielt dann kaum einen Nutzen, ist Zeitverschwendung und möglicherweise sogar schädlich.

Was bewirkt Licht-Therapie (sehr wahrscheinlich)

Im Folgenden möchten wir die wissenschaftlichen Studien zusammen fassen, die sehr eindeutig eine Wirkung belegen. Wir möchten noch einmal darauf hinweisen, dass Licht-Therapie sicherlich auch für andere Anwendungsbereiche interessant sein könnte, aber unserer Meinung nach noch mehr Studien notwendig sind. 

Heilungsprozesse (insbesondere Gelenkschmerzen): Dabei handelt es sich um eine der ersten Anwendungen überhaupt und Licht-Therapie setzt an drei Stellen an: Immunzellen werden aktiviert und wandern an die benötigten Stellen. Die Produktion von Fibroblasts und Macrophages wird angeregt. Und schließlich wird an den benötigten Stellen Kollagen produziert und die Zellen „neu aufgebaut“. (Studie)

Verhinderung von Haarausfall: Rein kommerziell natürlich sehr interessant und wissenschaftlich inzwischen auch recht eindeutig. Was bei der Beleuchtung entsprechender Regionen passiert ist, dass sich Haarfollikel von der telogenen Phase in die anagene Phase bewegen. Dabei „schaffen“ es vereinfacht gesagt mehr Follikel wieder an die Oberfläche und bilden sichtbare Haare.  (Studie)

Reduktion von Rückenschmerzen: Eine umfassende Meta-Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass die Behandlung von chronischen Rücken- und Nackenschmerzen mit Lichttherapie eindeutig als erfolgreich eingestuft werden kann. 

Muskuläre Leistungssteigerung: Eine Metastudie von 39 Studien aus dem Jahr 2017 untersuchte welchen Einfluß Lichttherapie auf die Leistungsfähigkeit unserer Muskeln hat. Das Ergebnis war leicht positiv. Nicht alle Studien konnten tatsächlich Leistungssteigerungen nachweisen, was wahrscheinlich an einem „falschen“ Setup gelegen hat. Denn einige Studien konnten recht eindeutige Ergebnisse erzielen und zeigen, dass eine Leistungssteierung (im Sinne von mehr Gewicht und/oder Wiederholungen bis zum Muskelversagen) möglich ist.

Verjüngung der Haut/Anti-Falten und Anti-Akne: Ebenfalls sehr interessant aus kommerzieller Sicht und daher immer mit etwas Vorsicht zu genießen ist ein Verjüngungseffekt der Haut. Dieser ist sehr wahrscheinlich auf die Aktivierung von Stammzellen zurück zu führen was zur Folge hat, dass sich der Körper mehr um Gewebereperaturen kümmert. Deswegen wird Lichttherapie in Verbindung mit der Verbesserung von Falten, Akne, Narben und Heilung von Verbrennungen gebracht.  (Studie 1, 2, 3, 4, 5)

Cellulite: Ebenfalls sehr kommerziell und daher immer etwas mit Vorsicht zu genießen. Cellulite betrifft rund 85% aller erwachsenen Frauen. Vielversprechend sind in dieser Hinsicht vor allem Studien, die den Einsatz von Lichttherapie mit Massagen kombiniert haben. Damit konnten z.B. Gold, Kathri, Halls und Weiss bereits 2011 zeigen, dass dadurch nicht nur das optische Erscheinungsbild von Cellulite verbessert werden konnte, sondern auch der Oberschenkelumfang – insbesondere der obere Umfang. (Studie)

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