4 Tipps um Achtsamkeit in den Alltag zu integrieren

Man hört es im Fernsehen, man liest es in diversen Magazinen und Zeitschriften: Die Rede ist von Achtsamkeit. Ob Psychotherapeuten, Heilpraktiker oder sogar Unternehmensberater – viele sprechen davon, wie gut Achtsamkeit für unsere Psyche, unser Wohlbefinden und letztlich für unsere Gesundheit ist. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Wort? Handelt es sich nur um einen kurz andauernden Trend oder ist es durchaus sinnvoll, sich genauer damit auseinanderzusetzen?

In einer Welt, in der alles an uns vorbeirauscht, tausend Dinge parallel ablaufen, Multitasking angeblich eine Grundvoraussetzung zum Überleben ist und wir ständig unter Dauerstrom stehen, kann eine Auszeit genau richtig sein. Gerade HSM empfinden den Dauerstress, welcher durch die intensive Wahrnehmung der Umweltreize ausgelöst wird, als Belastung. Dies kann ohne die richtigen Bewältigungs-Strategien langfristig sogar zu Depressionen und Burnout führen. Doch man ist dieser Situation nicht hilflos ausgeliefert, denn man kann durchaus etwas gegen die Überreizung und den Stress unternehmen. Auszeiten und Erholung sind genau das, was ein beanspruchter Geist benötigt, und Achtsamkeit kann das richtige Mittel zu sein, um dem hektischen Alltag mit neuer Energie zu begegnen.

„Wenn du dein Leben so intensiv und vollständig leben möchtest, wie es geht, dann sei dort, wo es stattfindet: Im Hier und Jetzt!“ – Doris Kirch

Mehr Fokus auf das Hier und Jetzt

Achtsamkeit ist kein neuer Trend, zumindest nicht, wenn man in den fernen Osten reist. Dort haben die Mönche und Buddhas schon seit vielen Jahrhunderten die Achtsamkeit für sich entdeckt. Muße, Ruhe für den Geist und Erkenntnis waren die Ziele. Durch Meditation sollten Gedanken auf eine Reise geschickt werden. Um Entspannung und absolute Ruhe im Geiste zu empfinden, sollte jeder noch so kleine Gedanke vorbeifliegen – ohne Bewertung und ohne Nachdenken. Die Gedanken dürfen kommen, aber sollen genauso auch wieder gehen bis am Ende ein ruhiger und tiefenentspannter Zustand eintritt. Dieser spezielle Wahrnehmungs- und Bewusstseinszustand ist das Ziel der Achtsamkeit. Leben im Hier und Jetzt, kein Nachdenken über die Probleme der Vergangenheit oder die Sorgen der Zukunft – einfach Leben im Moment.

Es ist nicht verwunderlich, dass das Konzept der Achtsamkeit zu uns nach Europa schwappt. Durch die ständige Reizüberflutung, die nicht nur HSM erleben, sehnen wir uns nach Ruhepausen. Wir wollen nicht mehr ständig erreichbar sein, wir sind auf der Suche nach mehr Quality-Time, wollen bewusster leben und Geist und Körper in Einklang bringen. HSM profitieren enorm von dem Prinzip der Achtsamkeit. So fühlen sie sich generell sehr schnell überlastet und überflutet von diversen Umweltreizen. Um mit der Eigenschaft Hochsensibilität richtig umgehen zu können, ist es von großer Bedeutung, die richtigen Bewältigungsstrategien in petto zu haben. Achtsamkeit ist etwas, was hier helfen kann und für Entlastung und Ruhe sorgt.

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“ – Marc Aurel

Entschleunigung im 21. Jahrhundert

Wenn alles immer schneller geht, ist es an der Zeit, die Notbremse zu ziehen. Achtsamkeit lässt sich trainieren und führt langfristig zu einem gesunden und ruhigen Geist. Wie man das nun aber im Alltag integriert ? Kein Problem – Achtsamkeit kann jeder in den eigenen vier Wänden trainieren.

1. Ein ruhiger Ort

Um Achtsamkeit zu praktizieren, sollten Sie einen ruhigen Ort aufsuchen. Wenn Sie nicht alleine leben, kündigen Sie an, dass Sie sich für einige Minuten zurückziehen werden. Schalten Sie das Handy aus. Bei Bedarf dürfen Sie ruhiger, melodischer Musik lauschen. Nehmen Sie eine entspannte Sitzposition ein, schließen Sie Ihre Augen und versuchen Sie ganz bei sich zu sein.

2. Keine Bewertungen

Ihre Gedanken werden nun kommen und gehen. Lassen Sie jeden Gedanken ziehen. Stellen Sie sich einen Wolkenhimmel vor und setzen Sie jeden Gedanken auf eine eigene Wolke. Pusten Sie diese in Gedanken ganz weit weg und lassen Sie die Wolke ziehen. Am Anfang wird dieser Prozess sehr schwer sein und oft werden Sie sich unruhig fühlen oder leicht abgelenkt werden. Es ist, wie es ist. Beurteilen Sie es nicht. Versuchen Sie, sich nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, aber seien Sie keinesfalls ungeduldig oder ungehalten mit sich selbst, weil Sie z.B. doch länger an einem Gedanken festgehalten haben. Besinnen Sie sich wieder, kehren Sie zum Jetzt zurück. Dafür kann es stets hilfreich sein, sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren.

3. Fragen stellen

Gehen Sie folgenden Fragen nach: Was hören Sie? Was fühlen Sie? Wie sitzen Sie und wie bequem ist diese Haltung für Sie? Spüren Sie Ihren Körper. Bewerten Sie auch hier keinen Gedanken, sondern machen Sie nur Feststellungen.

4. Mehrmals täglich praktizieren

Damit nach einer Weile Entspannung eintritt, ist es wichtig, dass Sie diesen Prozess mehrmals täglich – am besten auch bei ganz alltäglichen Dingen – üben. Halten Sie z.B. bei einem Spazierung inne und nehmen Sie ganz bewusst die unterschiedlichen Geräusche war, indem Sie für einen Augenblick die Augen schließen. Oder lenken Sie beim Essen Ihre ganze Aufmerksamheit auf die Mahlzeit bzw. – wenn Sie etwas mehr Zeit zur Verfügung haben – auf jeden einzelnen Bissen. 

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