Bin ich wirklich hochsensibel?

Manche Menschen, die stark auf ihre Umwelt reagieren und schnell reizüberflutet sind, fragen sich sicher, ob sie auch zu den hochsensiblen Menschen gehören. Wer diesen „Verdacht“ hat, der findet im Internet verschiedene Selbsttests, anhand derer sich zumindest eine Tendenz ablesen lässt. Auch auf Talamo finden Sie einen Hochsensibilitätstest, der auf folgenden vier Indikatoren beruht, die Elaine Aron (die Pionierin der HS-Konzepts) als bezeichnend hervorgehoben hat:

  • sensorische Empfindlichkeit
  • emotionale Intensität
  • Übererregung
  • gründliche Informationsverarbeitung

Ein weiterer sehr bekannter Test stammt von Elaine Aron selbst, der amerikanischen Psychologin, die diesen Begriff wie kein anderer geprägt hat. Es handelt sich um einen Fragenkatalog von knapp 30 Fragen und wer mehr als 14 davon für sich als zutreffend erachtet, gehört mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den hochsensiblen Menschen. Der Test gibt körperliche und psychische Reaktionen auf Ereignisse, Situationen, Genussmittel, Gerüche, Geräusche und vieles mehr vor. Je mehr dieser Aussagen auf einen selbst zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man selbst hochsensibel ist.

So lauten einige Aussagen im Test beispielsweise:

  • Auf Koffein reagiere ich heftiger als viele andere Menschen.
  • Es bringt mich leicht aus der Fassung, wenn ich in kurzer Zeit viel erledigen muss.
  • Ich bemerke und genieße feine Düfte, Geschmäcker, Klänge oder Kunstwerke.
  • Offenbar habe ich eine feine Wahrnehmung für Unterschwelliges in meiner Umwelt.

Der Test nach Trappmann

Ein weiterer Test zur Hochsensibilität ist jener nach Trappmann, der im Rahmen der Forschungsstudie „Hochsensitivität und Persönlichkeit“ von der Verhaltenswissenschaftlerin und Philosophin Birgit Trappmann erstellt wurde. Ihre Ergebnisse hat sie in dem Buch „Der N-Faktor: Hochsensitivität und Persönlichkeit“ zusammengefasst und mit über 5.000 Probanden handelt es sich um eine der größten Studien zum Thema Hochsensibilität.

Neueste Untersuchungen legen sogar nahe, dass Hochsensibilität in bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) sichtbar gemacht werden kann, da Hirnareale identifiziert wurden, die in engem Zusammenhang mit der Sensory Processing Sensitivity stehen.

Der Test nach Trappmann ist jedoch kein Selbsttest und die Autorin ist derzeit nicht in der Lage, Testtermine zu vergeben. Eine Lektüre ihrer Studienergebnisse kann dennoch viel Aufschluss darüber geben, ob man selbst ein hochsensibler Mensch ist oder nicht.

Weitere Tests

Im Internet lassen sich weitere Tests finden, die mit Hochsensibilität in Zusammenhang stehen, so z.B. der High Sensation Seeker Test, der ebenfalls von Birgit Trappmann erstellt wurde. Auch dieses Persönlichkeitsmerkmal wird mit Hochsensibilität in Verbindung gebracht, weshalb Interessierte durchaus einmal einen Blick auf den Test, der diesmal wieder ein Selbsttest ist, werfen können. Ähnlich wie bei dem Test von Elaine Aron müssen Aussagen wieder als für die eigene Person zutreffend oder unzutreffend eingeschätzt werden.

Liebe ist stets der Anfang des Wissens, so wie Feuer der Anfang des Lichtes ist. Thomas Carlyle

Mit oder ohne Test – es hilft, sich anzunehmen, wie man ist

Gerade Menschen, die schon von klein auf wiederholt Sätze zu hören bekamen wie „Stell dich doch nicht immer so an“ oder „Was bist du wieder so empfindlich“, werden Erleichterung verspüren, wenn sie feststellen, dass es weder „Einbildung“ noch „Anstellerei“ war, sondern dass sie tatsächlich – wie etwa 15 bis 25 % aller Menschen weltweit – hochsensibel sind.

Wer ein Talent hat, das über das Normmaß hinausgeht, also beispielsweise besonders gut singen, tanzen oder zeichnen kann, wird für diese Fähigkeit meist gelobt und bewundert. Wer hingegen hochsensibel ist und im besonderen Maße seine Umwelt wahrnimmt, hat leider oft noch immer stark mit eben dieser Umwelt zu kämpfen, wird belächelt und nicht ganz ernst genommen. Da hilft es schon, für sich selbst zu wissen „Ja, ich bin hochsensibel“ und hoch erhobenen Hauptes hinzuzufügen: „Und das ist gut so“.

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