Elaine Aron – Begründerin des Konzepts Hochsensibilität

Die kalifornische Psychologin Dr. Elaine Aron gilt als die Pionierin auf dem Gebiet der Hochsensibilität. In den 1990er Jahren prägte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Arthur Aron, der Psychologieprofessor an der  State University of New York ist, die Begriffe Hochsensibilität (englisch Sensory processing sensitivity/SPS) und hochsensibler Mensch (englisch highly sensitive person/HSP) und im Jahre 1996 erschien ihr Buch  "The Highly Sensitive Person" das heute als Standardwerk zum Thema Hochsensibilität gilt. Es wurde in 70 Sprachen übersetzt, weltweit etwa eine Million Mal verkauft und erschien in Deutschland unter dem Titel „Sind Sie hochsensibel?“

Elaine Arons Forschungen zum Thema Hochsensibilität

Die im Jahre 1945 geborene Elaine Aron ist selbst hochsensibel und schätzt, dass sie diese Besonderheit mit etwa 20 % aller Menschen auf der Erde teilt. Ihre eigene Hochsensibilität entdeckte Aron im Jahre 1987 im Zuge einer Psychotherapie. Ihre Therapeutin sagte ihr damals, sie sei wohl „einfach hochsensibel“, konnte Aron aber keine befriedigende Definition für den Begriff bieten.

Elaine Arons Interesse erwachte und sie begann an der Universität von Santa Cruz mit ihren Forschungen über hochsensible Menschen. Mit Aushängen und Campus-Newslettern suchte sie zunächst im engeren Umfeld der Universität nach Menschen, die sich selbst als besonders empfänglich für äußere Reize bezeichneten und weitete ihre Suche nach diesen besonderen Menschen später auch auf die Welt außerhalb des Campus aus.

“All virtues have a shadow.”, Elaine N. Aron, The Highly Sensitive Person

Sie fand zahlreiche Menschen beiderlei Geschlechts in sehr unterschiedlichem Alter, mit unterschiedlichen Berufen und in unterschiedlichen Lebensphasen, die alle eins gemeinsam hatten: eine ganz besondere Empfänglichkeit für äußere Reize aller Art.

Aus Elaine Arons anfänglichen Studien wurde ein umfassender Fragenkatalog, mit dessen Hilfe Aron weitere Menschen interviewte und der sie zur Erkenntnis führte, etwa 20 % der Menschen seien hochsensibel. Gemäß Arons Forschungen ist die Hochsensibilität genetisch bedingt und es handelt sich nicht um eine Krankheit, eine Störung oder ein Syndrom, sondern um eine Besonderheit, eine Begabung. Gleichwohl will auch Aron nicht ausschließen, dass ein geringer Teil der hochsensiblen Menschen die Hochsensibilität im Laufe ihres Lebens durch Traumata oder auch Dauerstress erworben hat.

In einem Interview mit der „Welt“ aus dem Jahr 2015 sagt Elaine Aron, sie sehe sich in keiner Weise als die Entdeckerin der Hochsensibilität, sie sei lediglich diejenige, die dem Phänomen seinen heutigen Namen gegeben habe. Anfang der 1970er-Jahre teilte beispielsweise der Psychologe Jerome Kagan Kinder in „gehemmt“ und „ungehemmt“ ein, je nachdem, wie sie in Versuchen auf einen Raum voller Spielzeug reagierten: Wo die ungehemmten sofort drauflos spielten, standen die gehemmten Kinder erst einmal regungslos da und guckten. Als sich in weiteren Forschungen herausstellte, dass diese gehemmten, schüchternen Kinder in keinster Form krank oder beeinträchtigt waren, weder auf geistiger noch auf körperlicher Ebene, sondern im Gegenteil oft sogar gesünder waren als andere Kinder, begann man, diese Kinder als besonders empfindsam zu bezeichnen. Seit Elaine Arons Arbeit werden diese Menschen als hochsensibel bezeichnet und immer mehr Forscher widmen sich dem Thema.

Elaine Aron – Lebenswerk und Literatur

Dr. Elaine Aron lebt mit ihrem Ehemann im kalifornischen Mill Valley, wo sie immer noch eine kleine psychotherapeutische Praxis betreibt. Sie hat im Laufe ihrer Karriere wegweisende Bücher zum Thema Hochsensibilität geschrieben und arbeitet zur Zeit an einem Dokumentarfilm zum Thema mit dem Titel „Sensitive – the Untold Story„. Ihre Bücher zum Thema Hochsensibilität sind

Weiterführende Informationen zu Dr. Elaine Aron finden Sie auf ihrer Website http://hsperson.com.  

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