Resilienz: Strategien zum Stärken deiner psychologischen Abwehrkräfte

Es gibt Menschen, die haut einfach gar nichts um. Da flattert die Kündigung unerwartet ins Haus und sie schaffen es, in solch einer Situation noch das Positive zu sehen und gestärkt daraus hervorzugehen. Oder der Partner trennt sich und auch dann wird das Ganze rational reflektiert und gekonnt verarbeitet. 

Die Fähigkeit, negativen Situationen im Leben positiv gegenüberzustehen und gestärkt aus der Veränderung hervorzugehen, nennt man Resilienz. Dieser Begriff beschreibt die psychologische Widerstandsfähigkeit: Krisen, wie eine etwaige Midlifecrises, können gekonnt und ohne viel Aufwand bewältigt werden und es bleibt kein emotionaler Schaden zurück. Menschen mit dieser inneren Stärke haben besondere Bewältigungsstrategien, auch Coping-Strategien genannt, die ihnen helfen, auch aus schweren Situationen unbeschadet herauszutreten.

Resilienz ist erlernbar

Menschen, die eine hohe Resilienz aufweisen, lassen sich nicht so schnell von ungünstigen Lebensumständen unterkriegen – sie sind quasi wahre Stehaufmännchen. Dies meint jedoch nicht, dass diese Menschen keine Emotionen bei Krisen verspüren oder nicht leiden – sie erholen sich nur eher und bringen ihr Leben schnell wieder in gerade Bahnen. Im psychologischen Bereich gibt es viele Studien, die Resilienz erforschen. Man möchte herausfinden, welche Faktoren ursächlich für diese psychische Stärke sind und wie sich Resilienz erlernen lässt. Bisherige Ergebnisse zeigen eine enge Verknüpfung zur Entwicklung in der Kindheit. Menschen, die sichere Bindungen erlebt haben und von ihrem nahen Umfeld bestärkt wurden, weisen öfter eine psychische Widerstandsfähigkeit auf. Es lässt sich festhalten, dass Resilienz in erster Linie durch Erfahrungen erworben wird. Dadurch ist es möglich, dass jeder Mensch diese Eigenschaft lernen und für sich einsetzen kann.

Um seine psychologischen Abwehrkräfte zu stärken ist in erster Linie eine positive Sichtweise auf das Leben notwenig. Hier kann man ansetzen und seine Fähigkeiten ausbauen, so dass Resilienz nach etwas Training in das eigene Verhalten und Denken übergeht. Zudem kommt Resilienz nicht über Nacht – das Training bedarf einer langen Übung in vielen Situationen. Es geht vor allem darum, das eigene Denkmuster zu hinterfragen und durch bessere, klügere Optionen zu ersetzen.

So stärken Sie Ihre Resilienz

1.Glauben Sie an Ihre eigenen Kompetenzen

Oftmals neigen Menschen dazu, sich selbst negative Eigenschaften zuzuschreiben und sich als nicht kompetent zu erleben. So ist der Kollege oder die Freundin immer intelligenter, kommunikativer und so weiter. Anstatt andere Menschen zu begutachten, sollte der Fokus auf die eigene Persönlichkeit gerichtet sein. Besonders die eigenen Stärken sollten immer wieder bewusst ins Gedächtnis gerufen werden. Zudem sollte erkannt werden, dass Sie durch die eigenen Kompetenzen Dinge bewegen und verändern können, denn Sie haben die Fäden in der Hand. So müssen Sie Situationen nicht ohnmächtig und hilflos ertragen, sondern können die eigenen Fähigkeiten einsetzen, um eine Veränderung herbeizuführen.

2. Stärken Sie positive soziale Bindungen

Besonders Menschen, die einem gutes Feedback geben, pushen uns in solchen Situationen, in denen wir selbst nicht mehr an uns glauben. Diese Menschen geben Rückhalt und stärken unseren Selbstwert, indem sie uns bewusst machen, zu was wir in der Lage sind. Bauen Sie die Bindungen zu solchen Personen aus und verbannen Sie Kontakte zu Menschen, die Sie runterziehen und Ihnen nicht gut tun.

„Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns ganz genau kennen und trotzdem zu uns halten.“ – Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

3. Tagebuch schreiben

Notieren Sie jeden Abend, was Ihnen heute gut gelungen ist. Haben Sie vielleicht ein Projekt erfolgreich abgeschlossen und positives Feedback erhalten? Oder haben Sie eine Freundin aufgebaut, der es schlecht ging? All dies beruht auf Ihren individuellen Fähigkeiten. Machen Sie sich jeden Abend Ihre Erfolge bewusst und lesen Sie das Tagebuch dann, wenn Sie einen schlechten Tag haben und an sich zweifeln.

4. Verändern Sie Ihre Perspektive

Resilienz beruht u.a. auf einer positiven Perspektive. Zu wissen, dass sich alles zum Guten wendet und vielleicht einen Sinn erfüllt, macht uns stärker. Manchmal ist uns aber gar nicht bewusst, wie negativ wir die Dinge betrachten. Wenn Sie wieder einmal hoffnungslos sind oder an sich zweifeln, versuchen Sie zu überlegen, aus welcher Position man Ihre Situation noch betrachten könnte.

5.Auf Ziele hinarbeiten

Menschen, die Ziele haben, sind zielstrebiger, denn sie wissen, was sie erreichen wollen. Am Ziel angekommen, entwickelt sich ein Gefühl von Stolz und Selbstsicherheit, denn es zeigt sich, dass man an die eigenen Kräfte und Kompetenzen glauben kann. Setzen auch Sie sich Ziele und machen Sie sich deutlich, wofür Sie sich in Ihrem Leben engagieren wollen und worauf Sie hinarbeiten möchten. Schreiben Sie Ihr Ziel auf einen Zettel und hängen Sie diesen an einen Ort, an welchem Sie Ihr Ziel ständig vor Augen haben.

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