Gibt es eine richtige Ernährung für hochsensible Menschen?

Auffällig viele hochsensible Menschen sind Vegetarier, mit dem Thema haben wir uns hier bereits einmal beschäftigt. Aber hat die Ernährung wirklich etwas mit der Hochsensibiltät zu tun? Gibt es eine richtige und demzufolge im Umkehrschluss eine falsche Ernährung für hochsensible Menschen?

Unbestritten gibt es Zusammenhänge zwischen der Ernährung und der Psyche, der Ernährung und der Gesundheit und der Ernährung und dem Immunsystem. Ist es da zu weit hergeholt, zu denken, dass es auch einen Zusammenhang gibt zwischen der Ernährung und Hochsensibilität? Nein, sicher nicht.

So stehen beispielsweise Weizen und Gluten im Verdacht, negative Auswirkungen auf hochsensible Menschen zu haben und zu Reizdarmsymptomen, Verdauungsbeschwerden und Durchfällen zu führen. Auch auf chemische Zusätze und künstliche Geschmacksstoffe reagieren hochsensible Menschen oft stärker als ihre „normal-sensiblen“ Mitmenschen, denn neben der erhöhten Wahrnehmungsfähigkeit und der herabgesetzten Reizschwelle gegenüber Umweltreizen weisen die meisten hochsensiblen Menschen auch noch körperliche Besonderheiten auf. So leiden sie beispielsweise oft unter dem sogenannten Leaky Gut Syndrom, das eine geschädigte und undichte (engl. leaky) Darmschleimhaut mit sich bringt.
Außerdem vermuten beispielsweise viele Ärzte und Heilpraktiker, dass bei hochsensiblen Menschen die Gamma-Amino-Buttersäure in geringerem Maß im Körper zur Verfügung steht, was unter anderem Auswirkungen auf das Riechen und Schmecken hat. Nähere Informationen dazu kann man beispielsweise in diesem Beitrag nachlesen, wo auch weitere Ernährungstipps für hochsensible Menschen zu finden sind.

„Du musst nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Kopfe essen, damit dich nicht die Naschhaftigkeit des Mundes zugrunde richte.“

Friedrich Nietzsche 

Gibt es richtig oder falsch?

Die richtige oder eben auch falsche Ernährung für hochsensible Menschen gibt es also durchaus – jedoch ist sie individuell unterschiedlich und lässt sich nicht pauschal beschreiben.
Wesentlich ist, dass man sich mit der Ernährung körperlich und seelisch gut fühlt. Wer auf tierische Produkte teilweise oder ganz verzichten möchte, weil er sich dann besser fühlt, der sollte genau das tun, und wer mit Verdauungsproblemen auf Weizen und Gluten reagiert, der sollte weizen- und glutenhaltige Lebensmittel von seinem Speiseplan streichen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein hochsensibler Mensch keinen Weizen und keine glutenhaltigen Lebensmittel essen kann oder darf, denn wenn dies keine Probleme bereitet, sollte man auch möglichst keines daraus machen.

Alles was schmeckt, sich gut anfühlt und keinerlei gesundheitliche Probleme bereitet, das ist – in aller Kürze und mit wohl dosierter Würze – die richtige Ernährung für hochsensible Menschen.

Hochsensibilität und Koffein

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Kaffee und andere koffeinhaltige Lebens- und Genussmittel. Koffein erhöht die Konzentrations-und Leistungsfähigkeit, was für so manchen ein Grund für dessen Konsum ist. Für hochsensible Menschen hat genau das negative Nebenwirkungen. Koffein blockiert Adenosin, welches uns müde macht und das Gehirn vor Überanstrengung schützt, und bewirkt gleichzeitig eine erhöhte Ausschüttung von Dopamin, was wiederum den Antrieb und die Motivation fördert. Signale in den Wahrnehmungsarealen im Hirn werden besser wahrgenommen, je mehr Dopamin ausgeschüttet wird und der ohnehin schon hochsensible Mensch verstärkt seine Wahrnehmung weiter.

Die bereits intensivere Wahrnehmung wird durch den Konsum von Kaffee und anderen koffeinhaltigen Getränken also noch weiter verstärkt. Das Gehirn und der Körper des hochsensiblen Menschen geraten in einen Turbo-Modus, was einen Dauerstress verursacht und erklärt, warum hochsensible Menschen Kaffee und andere koffeinhaltige Getränke meiden sollten. Oft ist es jedoch so, dass viele sich aufgrund der Hochsensibilität schlecht konzentrieren können, da zu viele Reize gleichzeitig auf sie einwirken. Um die Konzentrationsfähigkeit zu verbessern, wird also zur Kaffeetasse gegriffen. Hochsensible Menschen sollten in einer solchen Situation lieber einen Spaziergang in der Natur unternehmen, einen ruhigen Ort aufsuchen oder in Ruhe meditieren, um ihre Konzentrationsfähigkeit zu verbessern. 

 

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