Ich werde sehr leicht rot – Was tun?

Erröten ist etwas typisch Menschliches. So gibt es kein Tier, bei dem dies beobachtet werden kann. Doch warum erröten einige Menschen in Situationen, die ihnen meist unangenehm sind?

Fakt ist, dass das Rotwerden des Gesichts und des Halses oft in sozialen Situationen auftritt – meist dann, wenn der Person etwas unangenehm oder sogar peinlich ist. Psychologen erforschen diese besondere Körperreaktion und vermuten, dass das Erröten durchaus einen Sinn hat. So kann es sein, dass es von der Natur so gewollt ist, dass unser Gegenüber den roten Kopf erkennt. Dies kann im Bereich der nonverbalen Kommunikation eine Rolle spielen: Die andere Person merkt, dass die Situation für den anderen unangenehm ist. Da wir das Rotwerden nicht steuern können, ist es immer authentisch.

„Mensch: das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige, was Grund dazu hat.“ – Mark Twain

Nicht alle Menschen erröten jedoch gleich schnell. Es gibt einige, die diese Körperreaktion als unangemessen und sogar als peinlich erleben. Gerade dann, wenn man souverän auftreten möchte und just dann errötet, wollen viele meist im Erdboden versinken. So gibt es unzählige Situationen, in denen sich die rote Gesichtsfarbe bemerkbar macht: Bei Vortragsangst, beim Lügen, beim Flirten, wenn das Gegenüber als sehr attraktiv empfunden wird, bei Nervosität, wenn man im Mittelpunkt steht und in vielen weiteren Situationen. Sie sehen, wenn man schnell errötet, gibt es eben zahlreiche alltägliche Situationen, in denen dies passieren kann.

Oftmals wehren sich die Betroffenen mit Händen und Füßen gegen das Rotwerden, vermieden werden kann es aber nicht. Ganz im Gegenteil: Ist man einmal darauf fixiert und bemerkt man, dass einem die Röte gerade wieder ins Gesicht steigt, wird es meist nur noch schlimmer. Hitzewallungen und Stressflecken am Hals kommen hinzu, was für andere natürlich sichtbar ist. Meist denken die Betroffenen zudem, dass das Erröten in einer schier sehr unangemessenen Situation stattfindet…und eben unglaublich peinlich ist.

„Erröten steht einem sehr gut.“ – Oscar Wilde

Akzeptanz ist der erste Schritt zur Besserung

Viele Menschen, die zu dieser Körperreaktion neigen, haben schon in Kindertagen mit ihr Bekanntschaft gemacht. So begleitet einen das Erröten oft schon viele Jahre. Es ist gar nicht selten, dass sich daraus eine regelrechte Angst vor dem Erröten entwickelt. Dadurch wird der Prozess jedoch nur noch verschlimmert. Wenn man beispielsweise unter Vortragsangst leidet, da man ungern im Mittelpunkt steht, kann das Erröten z.B. allein durch folgende Gedankengänge ausgelöst werden: „Jetzt werde ich gleich wieder rot“; „Alle werden mich angucken, eine super peinliche Situation.“ „Ich werde merken, dass ich rot werde u.s.w.“

Wichtig zu wissen ist, dass man erst einmal nichts gegen das Erröten tun kann. Sich dagegen zu wehren macht es nur noch schlimmer und führt zu einer regelrechten Panik. Es ist also besser, diese Reaktion einfach zu akzeptieren. Es ist okay, rot zu werden und es ist auch egal, dass andere dies sehen können. Manche von ihnen mögen es sogar charmant finden. Wie auch immer die anderen reagieren, wichtig ist, dass Sie cool bleiben. Besonders gelassene Menschen, die sich schon länger damit abgefunden haben, nehmen das eigene Erröten bereits zu Beginn ihres Vortrags auf die Schippe. Das ist wahrlich nicht jedermanns Sache, doch zu sich zu stehen und gelassen zu bleiben ist auf alle Fälle erstrebenswert, wenn man das Erröten minimieren will.

Erröten lässt sich nicht kontrollieren

Wir können dem Rotwerden nicht entgegensteuern. Somit ist es wichtig, dass Sie sich bewusst machen, dass es jederzeit passieren kann. Machen Sie sich aber nicht verrückt–  akzeptieren Sie einfach, dass es zu Ihnen gehört, sehr normal und menschlich ist. Jeder von uns kennt Situationen, in denen er errötet…und im Grunde macht es einen Menschen doch sympathisch. Trainieren Sie den Gedanken und Ihren Umgang. Dies wird Sie ruhiger machen und wirkt wie ein Mentaltraining.

Es kann zudem sehr effektiv sein, Situationen aufzusuchen, in denen Sie sich unsicher fühlen und in denen Sie befürchten, rot zu werden. Übung macht den Meister und nur so trainieren Sie Ihren Umgang mit dem Erröten. Dies führt langfristig zu einem entspannteren Umgang und minimiert ganz nebenbei die Reaktion.

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