6 Ratschläge gegen Schlafstörungen für Hochsensible

Hochsensible Menschen haben oft Probleme einzuschlafen oder durchzuschlafen. Das liegt vielfach daran, dass der hochsensible Mensch am Tag so viele Reize wahrnimmt, dass es dem Gehirn abends schwer fällt, herunterzufahren und abzuschalten und die notwendige Ruhe und Entspannung zum Einschlafen zu finden.

Hat sich der Schlaf endlich eingestellt, neigen hochsensible Menschen außerdem dazu, die Reize des Tages in besonders intensiven Träumen zu verarbeiten, was oft dazu führt, dass sie schlecht durchschlafen und immer wieder aufwachen. Hochsensible Menschen leiden unter anderem aufgrund dieser Schlafstörungen oft unter einer andauernden Müdigkeit, die es ihnen erschwert, im Alltag zu bestehen und die sich auch durchaus negativ auf die Stimmung auswirken kann. 

„Es singen die Wasser im Schlafe noch fort Vom Tage, Vom heute gewesenen Tage.“ – Eduard Mörike

Vermeiden Sie unbedingt die Einnahme von verschreibungspflichtigen Schlafmitteln

Hochsensibilität ist keine Krankheit, weshalb Sie auch Ihre Schlafstörungen nicht mit Medikamenten behandeln sollten. Schlafmittel verändern nicht nur die Schlafzyklen und stehen so einem gesunden und erholsamen Schlaf im Wege, viele Schlafmittel enthalten auch gesundheitsschädliche und toxische Substanzen und haben ein hohes Abhängigkeitspotential.

Häufig werden als Schlafmittel Substanzen wie Benzodiazepine, Antidepressiva und Neuroleptika verschrieben, die außer den bereits genannten Gefahren auch noch zahlreiche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit, Depressionen, Konzentrationsschwächen und Tagesmüdigkeit hervorrufen.

Die durch die Hochsensibilität hervorgerufenen Schlafstörungen mit solchen Medikamenten behandeln zu wollen, ist also weder kurz- und schon gar nicht langfristig eine Lösung, sondern fügt dem Problem der Schlafstörung nur ein weiteres gravierendes Problem hinzu.

So können Sie mit sanften Mitteln gegen Ihre Schlafstörungen angehen

Die Einnahme von Schlafmitteln mag verlockend klingen, wenn man förmlich auf dem Zahnfleisch geht, weil man viele Nächte nacheinander nicht gut geschlafen hat. Eine Schlaftablette verspricht hier vermeintlich schnelle und bequeme Abhilfe, schafft jedoch bei näherem Hinsehen nur Probleme und ist sehr gesundheitsschädlich.

Sinnvoller ist es da, den langsamen und sanften Weg zu gehen und so dauerhaft und ohne die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen gegen die Schlafstörungen anzukämpfen. Dazu bedarf es jedoch ein wenig Geduld und Disziplin, aber es lohnt sich auf lange Sicht, wenn Sie dadurch endlich wieder gut schlafen können.

Um Schlafstörungen langfristig vermeiden zu können, gilt es, dem Körper und den Geist vor dem Zubettgehen genügend Zeit und Ruhe zum Herunterfahren zu geben. Dabei sind Rituale sehr hilfreich, denn immer wieder gleiche Abläufe sorgen für innere Ruhe und Sicherheit.

Hier finden Sie einige Dos und Don’ts für den Abend, die Ihnen auf lange Sicht zu einem erholsamen Schlaf verhelfen können und Ihren Schlaf optimieren:

  • Passen Sie auf, dass Sie sich abends nicht mehr durch aufregende Aktivitäten wie beispielsweise erhitzte Diskussionen, spannende und packende Krimis und Thriller in Form von Buch oder Film, Sport, laute und schnelle Musik oder andere Dinge, die Sie persönlich mitnehmen und beschäftigen, hochpushen lassen.
  • Nehmen Sie stattdessen ein entspannendes warmes Bad, wobei Sie dem Badewasser einige beruhigende Essenzen, wie beispielsweise Lavendel oder Weißdorn, zufügen können. Dabei können Sie auf Kräuter oder auf fertige Badezusätze zurückgreifen, die im Fachhandel erhältlich sind.
  • Trinken Sie vor dem Schlafengehen einen Beruhigungstee. Auch hier können Sie den Tee aus frischen oder getrockneten Kräutern wie beispielsweise – Baldrian, Melisse, Passionsblume oder Lavendel – selbst aufgießen oder eine fertige Kräutermischung verwenden.
  • Essen Sie 4-5 Stunden vor dem Schlafengehen keine schwer verdaulichen, fettigen Mahlzeiten mehr.
  • Schreiben Sie Tagebuch. Schreiben Sie sich abends alles von der Seele, was Sie tagsüber erlebt haben, Positives wie Negatives. So verarbeiten Sie bereits einen Teil des Tagesgeschehens aktiv und müssen es später nicht mehr so intensiv im Traum verarbeiten. Wachen Sie dennoch oft aufgrund intensiver Träume auf, lassen Sie Ihr Tagebuch und einen Stift griffbereit am Bett liegen und schreiben Sie die Gedanken auf, die Sie im Traum beschäftigt haben.
  • Lernen Sie Yoga oder Meditationstechniken, damit Sie sich abends gezielt entspannen können.

Diese Hinweise sind ein Leitfaden und kein Patentrezept und müssen nicht vollständig befolgt werden. Letztendlich müssen Sie selbst die Entspannungstechniken finden, die Ihnen abends am besten helfen, zur Ruhe zu kommen, aber mit ein wenig Ausprobieren und Beharrlichkeit wird Ihnen das ganz sicher gelingen und Sie werden wieder wesentlich besser schlafen können.

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