Viele hochsensible Menschen sind Vegetarier – 3 Gründe

Hochsensibilität und Ernährung, bei diesem Thema gibt es einige Auffälligkeiten. Zunächst hat es den Anschein, als würden sich viel hochsensible Menschen vegetarisch oder vegan ernähren. Des Weiteren scheint ein Zusammenhang zu bestehen zwischen Hochsensibilität und gewissen körperlichen Besonderheiten wie beispielsweise einem besonders durchlässigen und empfindlichen Darm. So leiden hochsensible Menschen beispielsweise oft unter dem Leaky Gut Syndrome, einer Erkrankung, bei der es zu Löchern in der Darmschleimhaut kommt, wodurch Giftstoffe, Pilze und andere schädliche Substanzen in den Blutkreislauf gelangen können. Zudem sind hochsensible Menschen anfällig für entzündliche Darmerkrankungen und haben oft mit Durchfällen, Reizdarm und Bauchschmerzen zu kämpfen.

Verdauungsbeschwerden führen oft zu bewussterem Umgang mit Ernährung

Diese Darm- und Verdauungsbeschwerden führen oft dazu, dass sich der hochsensible Mensch auch aus gesundheitlichen Gründen mit einer alternativen Ernährungsform auseinandersetzt und so zum Vegetarismus oder Veganismus kommt.

Viele Hochsensible berichten, dass es ihnen rein körperlich seit dem Verzicht auf Fleisch und tierische Produkte wesentlich besser geht und dass die Verdauungs- und Darmbeschwerden nachgelassen haben. Beachtet werden muss jedoch auf jeden Fall, dass durch die vegetarische oder vegane Ernährung nicht in vermehrtem Maße Milcheiweiße und glutenhaltige Getreideprodukte verzehrt werden, die langfristig gesehen wiederum zu Problemen führen können.

Oft haben hochsensible Menschen auch einen erhöhten Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, der durch eine normale vegetarische oder vegane Ernährung nicht immer gedeckt wird. Besonders für hochsensible Menschen, die ihre Ernährung auf eine vegetarische oder vegane Kost umstellen wollen, kann es also sehr sinnvoll sein, sich im Vorfeld von einem erfahrenen Ernährungsberater beraten oder sogar bei der Nahrungsumstellung begleiten zu lassen.

Was ist dran an der geringeren Verfügbarkeit von GABA bei Hochsensiblen?

GABA ist die Abkürzung für Gamma-Amino-Buttersäure, der eine sehr wichtige Aufgabe als hemmender Botenstoff im Zentralnervensystem zukommt. Noch gibt es keine wissenschaftlichen Beweise für die These, aber einige Ärzte und Heilpraktiker vermuten, dass hochsensible Menschen oft an einer verminderten Verfügbarkeit oder einer geringeren Wirksamkeit der Gamma-Amino-Buttersäure leiden.

Für diese These spricht vor allem, dass die Symptome und Erscheinungen, die von einem zu niedrigen GABA-Spiegel hervorgerufen werden, den Besonderheiten vieler hochsensibler Menschen sehr ähneln. Dazu gehören unter anderem ein verbessertes Lernvermögen und ein ausgeprägtes Gedächtnis, sowie verändertes Riechen und Schmecken, aber auch Angstzustände, ständig kreisende Gedanken, Schlafstörungen und Depressionen, chronische Schmerzen und Empfindungsstörungen sowie Blutdruck- und Blutzuckerstörungen.

Heilpflanzen wie Jasmin, Rose, Baldrian oder Grüntee sowie vegetarische Nahrungsmittel wie angekeimter Reis, Brennnessel, Goji-Beeren und koreanisches Kimchi helfen, den GABA-Spiegel zu erhöhen, und können somit auch dazu beitragen, dass sich hochsensible Menschen besser fühlen.

Empathie – ich möchte kein Tierleid verursachen

„Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht.“, George Bernard Shaw

Zusätzlich zu den körperlichen Faktoren kommt bei hochsensiblen Menschen eine ausgeprägte Empathie zum Tragen, die sie aus ethischen und moralischen Gründen dazu veranlasst, auf Fleisch und andere tierische Produkte zu verzichten.

Empathie bezeichnet die Fähigkeit, Mitgefühl zu empfinden und sich in die Gedanken, Gefühle und die Situation anderer Lebewesen einzufühlen. Hochsensible Menschen sind oft in einem weit höheren Maß empathisch als nicht hochsensible und dadurch viel stärker in der Lage, sich in das Leid und die Angst der Tiere hineinzuversetzen, die uns als Nahrungsmittel dienen sollen. Auf diese Weise werden hochsensible Menschen durch das oft dokumentierte Leid von Tieren, die der Nahrungsmittelgewinnung dienen, weitaus stärker mitgenommen als nicht-hochsensible Menschen, die diese Tatsachen oftmals einfach ausblenden können. Sie lehnen es daher ab, dass Tieren Leid angetan wird oder dass sie sterben müssen, nur damit wir uns ernähren können und weichen stattdessen auf eine rein pflanzliche Kost aus.

Massentierhaltung und Tierleid gehören zu den Themen, mit denen sich hochsensible Menschen oft auseinandersetzen und die vielen empathischen, hochsensiblen Menschen sehr nahegehen, doch selbstverständlich werden diese Themen auch von vielen nicht-hochsensiblen Menschen aufgegriffen, die ebenso ihre Schlüsse daraus ziehen und aus ethischen Gründen auf Fleisch und andere tierische Produkte verzichten.

 

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