Zufriedenheit im Hier und Jetzt

Im Hier und Jetzt zu leben, das klingt so einfach. Es bedeutet doch nur, jedem Tag mit Zufriedenheit, Akzeptanz und Gelassenheit zu begegnen und wann immer möglich Gefühle und Gedanken auf den Moment zu reduzieren/fokussieren.

Im Hier und Jetzt zu leben ist aber eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Es kann für viele Hochsensible sogar eine besonders schwere sein. Assoziationen, Erinnerungen und Zukunftsängste können die Wahrnehmung ganz entscheidend beeinflussen.

Zufriedenheit

Zufriedenheit bedeutet, im Einklang mit sich selbst zu sein. Sie bezieht sich ausschließlich auf den Moment und schließt Vergangenes oder Zukünftiges im großen Maße aus. Sie bedeutet nicht, dass alle Details im Leben stimmen müssen, sondern dass in dieser augenblicklichen Situation die positiven Gefühle vorherrschen und angenommen werden. Sie ist auch kein euphorisches Gefühl, sondern eins der inneren Ruhe und des „Sich-fallen-lassens“. In der Psychologie spricht man vom sogenannten „Tipping Point“, wenn die guten Gefühle die negativen um den Faktor 3 überwiegen. Wer das schafft, erreicht sozusagen ein höheres Glücks-und Zufriedenheitslevel. Oder wie es in einem Gedicht heißt: „Don´t ruin a good today by thinking about a bad yesterday. Let it go!“

Übungen und Tipps, die zu einer größeren Zufriedenheit beitragen können

  • Stelle Dir vor, Du bist der Kapitän eines Segelbootes. Du hast das Steuer fest in der Hand, bist aber vor Windböen und unvorhersehbaren Wellen nicht gefeit. Sie werden im Laufe Deiner Segelfahrt durchs Leben mit Sicherheit kommen, doch mit jeder Meile auf dem Wasser wird Deine Erfahrung und Fähigkeit, sicher zu reagieren, wachsen.  In dem Bewusstsein, dass jede einzelne Böe und jede Welle notwendig ist, um Deine Kompetenzen wachsen zu lassen, Deinen Kurs zu korrigieren und Dich Deinem Ziel ein Stück näher zu bringen, kannst Du die Anstrengungen akzeptieren und als solche verabschieden, wenn Du sie bewältigt hast.
  • Der Dalai Lama hat einmal gesagt, dass es „faktisch nur zwei Tage im Jahr gibt, an denen man nichts tun kann, nämlich Gestern und Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist“.
  • Versuche einmal bewusst optimistisch zu sein. Manchen hilft ein Glückstagebuch, in das man zum Beispiel abends alle Dinge aufschreibt, die an diesem Tag gut gelaufen sind. Das schult die Gedanken auf die positiven Aspekte des Tages und vermeidet das Abgleiten in die Unendlichkeit.
  • Mindestens einmal am Tag sollte man eine Ruhepause einplanen, in der keine Ablenkung erlaubt ist. Sie hat den Sinn, die Gedankenflut zur Ruhe zu bringen und „leer“ zu werden.
  • Suche bewusst die kleinen Dinge, die Dir guttun und frei von Sorgen und schweren Gedanken sind. Wem das nicht ohne Hilfsmittel gelingt, der kann zum Beispiel einen Fotoapparat zu Hilfe nehmen und das Besondere suchen. Richte Deinen Fokus auf ein freundliches Gesicht, eine schöne Pflanze, stimmungsvolle Stillleben oder besondere Momente und halte sie fest. Du wirst staunen, was Du alles zu sehen bekommst und wie sich die Ruhe in Dir ausbreitet.
  • Warte nicht auf das große Glück, sondern investiere in die kleinen Glücksmomente. Teile Dein „Lebensziel“ in kleine, realistische Etappenziele, die erreichbar sind und Dein Selbstbewusstsein stärken. Freue Dich an jedem noch so winzigen Moment und den kleinen Schritten zum Erfolg
  • Überprüfe Deine Sprache und streiche negative belastete Worte wie „aber“ und „Angst“ und übliche Konjunktivismen (zum Beispiel „hätte ich doch“) aus Deinem Wortschatz. Manche Gedanken verlieren ihren Schrecken, wenn Du sie anders formulierst und ihnen das Schicksalhafte nimmst. Es gelingt Dir leichter, einen Schlussstrich unter Vergangenes zu ziehen.
  • Lenke Dich ab, wenn Du in eine negative Gedankenspirale gerätst und versuche Deine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu fokussieren. Wie fühlen sich in dem Moment Deine Füße auf dem Boden an, wie riecht der frisch aufgebrühte Kaffee und hörst Du die Vögel im Baum? Formuliere solange in Gedanken das, was Du siehst, hörst, riechst oder spürst, bist Du es tatsächlich wahrnimmst. Konzentriere Dich auf die realen Dinge im Leben.
  • Versuche den Realitätsbezug zu Deinen Gefühlen und Gedanken herzustellen und frage Dich, ob sie wirklich zu der aktuellen Situation passen, ob sie wirklich so schlimm sind und Du ihnen wirklich so machtlos ausgeliefert bist wie Du denkst.
  • Mache Dir bewusst, dass alles, was Du wahrnimmst, Dein subjektiver Eindruck ist. Das relativiert die scheinbare Realität und gibt Dir die Möglichkeit, Deine Einstellungen zu den Dingen zu revidieren.
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