Besser leben mit Minimalismus: Was keine Freude bringt, kommt weg

Marie Kondo hat einen regelrechten Trend zum „Aussortieren“ ausgelöst und Autoren wie Cal Newport sind der Ansicht nicht nur bei Sachen auszumisten, sondern z.B. auch beim Konsum digitaler Inhalte. Würde man heute einen buddhistischen Mönchen fragen was im Leben glücklich macht, wird er garantiert nicht mit Ferraris, Rolexes und Twitter Follower ankommen. Im Gegenteil: Buddhisten wissen bereits sehr Jahrhunderten, dass materielle Dinge nicht glücklich machen können. Für sie ist es daher auch offensichtlich sich von gewissen Dingen trennen zu müssen.

Dass der Besitz von möglichst vielen Dingen nicht glücklich machen kann haben inzwischen nicht nur Mönche begriffen. Die Frage, die man sich eher stellen sollte ist, warum denn weniger Dinge dann glücklicher machen sollten. Marie Kondo stellt eine einfache Regel auf: „wenn etwas keine Freude bringt, wirf es weg“. Ziemlich simpel und radikal, aber effektiv. Cal Newport empfiehlt alle Formen sozialer Medien zu verbannen und sein Smartphone lediglich als Werkzeug z.B. als Wecker, für Termine, Wegweiser, etc. zu benutzen. Aber eben nicht um ständig seine Instagram Follower auf dem Laufenden zu halten was man heute Mittag gegessen hat.

Man kann dieses Thema eigentlich recht kurz halten: Es geht darum sich von gewissen Dingen, virtuellen Personen, usw. nicht „besitzen zu lassen“. Man soll sich insofern von ihnen abkoppeln, dass man sie eben nicht braucht und ohne weiteres darauf verzichten kann. Seinen ganzen Krempel wegzuwerfen macht nämlich dann auch nicht glücklich wenn man ihm nachtrauert und meint gewisse Dinge unbedingt zu brauchen. Was jedoch glücklich macht ist, wenn man keiner Sache und keinem Menschen „gehört“.

Das ist z.B. dann nicht der Fall wenn ein Smartphone vibriert, man es aus der Hosentasche nimmt und nachschaut. In diesem Fall gehören Sie dem Smartphone. Es kann Sie kommandieren. Es sendet Ihnen Befehle und Sie gehorchen. Eine Sache hat von Ihnen Besitz ergriffen.

Gleiches gilt für Social Media im Allgemeinen. Jemand hinterlässt einen negativen Kommentar auf Instagram (was ja durchaus passieren soll…). Dieser Jemand hat genau dann Besitz von Ihnen ergriffen, wenn Sie sich darüber aufregen, sich Gedanken machen wie Sie darauf reagieren und den Drang haben diese Person aus dem Bildschirm zu ziehen oder zu beleidigen.

Sie können aber auch von gewissen – eigentlich positiven - Aktivitäten „eingenommen“ werden. Das beste Beispiel hierfür ist Sport. Eben weil Sport Glückshormone wie Endorphin und Dopamin ausschütten kann, ist es gut möglich danach in gewisser Weise süchtig zu werden. Studien zeigen z.B. dass die Hälfte aller Triathleten als süchtig bezeichnet werden kann. Der Grund warum Triathleten so anfällig dafür sind ist der, dass man drei Sportarten gleichzeitig trainieren muss. Jeder, der also halbwegs ambitioniert Triathlon betreibt hat den Druck in all diesen Sportarten besser zu werden. Es ist daher sehr leicht möglich dass dieser Sport Sie „besitzt“.

Am Ende des Tages geht es aber vor allem um eins: Stress. Und genau diesen Stress kann man mit Minimalismus am besten reduzieren. Je mehr Dinge wir haben, je mehr Verpflichtungen, je mehr Kinder, je mehr Sportarten, je mehr Hobbies, je mehr Freunde, usw. desto häufiger werden wir gestresst. Und es klingt vielleicht banal, aber wenn wir z.B. einfache Dinge in unserem Haushalt haben, die wir eigentlich gar nicht brauchen, können diese uns ebenfalls stressen. Zwar nicht so sehr wie ein Nachbar, der um 2 Uhr Nachts den Bass aufdreht, aber zumindest in leichten, dafür chronischen Dosen.

Marie Kondo hat mit ihrem Prinzip also nicht nur bei Sachen Recht: Wenn Ihnen etwas keine Freude bringt, beseitige es. So sollten wir nicht nur mit unseren Sachen, sondern auch Beziehungen, Social Media Konten, Hobbies, Sportarten, usw. vorgehen.

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