Traumdeutung im Daoismus und Hinduismus

Träume und ihre Bedeutung im Daoismus

Der Daoismus, der in China praktiziert wurde und heute nur noch selten vorkommt, werden Träume mit der Sterblichkeit verbunden. Aus der Sicht des Daoismus betrachtet, handelt sich nicht zu träumen, um ein Zeichen der Unsterblichkeit – keine Träume sind also gut. In einem der Bücher des Daoismus kann man nachlesen: Bewegung unterdrückt Kälte, Stillstand unterdrückt wärme. Der Grund ein langes Leben zu führen ist es, die Fähigkeit zu besitzen, sich zu bewegen und stillzustehen. Zhuangzi, ein Philosoph und bedeutender Gelehrter im Bezug auf den Daoismus, sagte: „Wann immer er schläft, der perfekte Mann träumt nicht.“ Ein weiterer Anhänger dieser Glaubensrichtung drückt mit seiner Aussage „Wenn man am Tag nichts macht, träumt man in der Nacht nicht“ bereits einen Gedanken aus, der in der heutigen modernen Traum- und Schlafforschung durchaus in Betracht gezogen werden kann.

Da Träume heute als das gesehen werden, mit dem wir das am Tag erlebte verarbeiten, im Gedächtnis speichern und versuchen daraus zu lernen, klingt es nur schlüssig, das wenn man nichts erlebt, nicht träumt. Ein Teil der damaligen Aussage wurde jedoch durch die Wissenschaft widerlegt, man träumt immer, erinnert sich nur meistens nicht daran. Diese Aussage verdeutlicht zudem, dass man im Daoismus glaubt, träumt man nicht, hat man die höchste Stufe der moralischen Selbstkultivierung erreicht. Ebenso bedeutet es umgekehrt, hat man Träume und dieses Stadium nicht überwunden, wurde die angestrebte Unsterblichkeit noch nicht erreicht. Der gedankliche Hintergrund ist die daoistische Annahme, dass wenn man zu viel denkt und träumt, wird der eigene Geist dadurch gestört und dessen Fähigkeit Unsterblichkeit zu erreichen unterbunden.

Die Begründung, warum Träume im Daoismus als so negativ angesehen werden, liegt in der philosophischen Betrachtung dieser Glaubensrichtung, wie Träume entstehen. Demnach entstehen Träume durch die Verbindung zwischen Geistern und Menschen. Da im Daoismus die meisten Geister als böse oder sogar Dämonen angesehen werden, sind Träume mit einem negativen Ruf behaftet.

Träume und ihre Bedeutung im Hinduismus

Auch im Hinduismus spielen Träume eine große Rolle. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Zeit, wann der Traum erlebt wird, und dessen Inhalt gelegt. Wie auch andere Religionen gibt es im Hinduismus eine eigene Form des Lexikons der Bedeutung von Träumen. Die verschiedenen Symbole, die einem im Traum erscheinen, werden unterschiedlich interpretiert und ind mit einer jeweils eigenen Bedeutung behaftet. Die Bedeutungen werden den heiligen Schriften des Hinduismus entnommen.

Die Traumarten im Hinduismus

Laut der heiligen Schriften des Hinduismus gibt es sechs verschiedene Arten des Traumes.


1. Das am Tag gehörte auch im Traum noch einmal zu hören.
2. Im Traum etwas erleben, mit dem man sich am Tag auseinandergesetzt hat.
3. Das am Tag Gesehene und Beobachtete auch im Traum noch einmal zu sehen.
4. Etwas im Traum zu bekommen oder zu erreichen, nach dem man sich sehnt.
5. Etwas zu träumen, was man weder gesehen noch erlebt oder gehört hat.
6. Träume als Folge physischer Leiden.

Von etwas zu träumen, was man weder gesehen noch gehört hat, hat die größte Bedeutung. Diese Art von Traum kennzeichnet eine gute oder negative Belohnung bzw. Gegenleistung für seine Taten. Träume in Verbindung mit oder als Folge von physischen Leiden, haben hingegen eine mittlere Wichtigkeit und werden als Belohnung für etwas gesehen. Träumt man zu Zeit des Sonnenaufgangs wirkt sich der Traum eine ganze Woche lang auf einen aus. Tagträume werden im Hinduismus als unbedeutend gesehen.

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