Traumdeutung: Bär

Der Bär gehört zu jenen Symbolen, die die Traumdeutung vor eine besondere Herausforderung stellen. Der Bär gilt als Symbol der Weiblichkeit, der Urinstinkte, der überbordenden Kraft, aber auch der vereinnahmenden Liebe. Als solches ist er vor allem für Männer von Bedeutung, denen er anzeigt, dass sie ihre weiblichen Anteile, ihre Anima, zu stark unterdrücken. 

Doch besagt eine zweite Deutungsmöglichkeit, dass der Bär für eine Person steht, die sehr dominant ist, oder zu der aus anderen Gründen eine schwierige Beziehung besteht. Häufig kommt hier die Mutter des Träumenden ins Spiel, doch kann dies auch der Vater oder eine Vaterfigur sein. 

Der Bär symbolisiert eine urgewaltige Kraft und die Angst, die der Träumende davor empfindet. Läuft er vor dieser vermeintlichen Gefahr davon, wird die Angst wachsen. Stellt er sich ihr, hat er die Möglichkeit, zu lernen, wie er diese Kraft bezähmen, wie er sie domestizieren kann. So wird aus einem gefährlichen Tier der Wildnis ein treuer Begleiter, der Mut und Selbstbewusstsein sowie eine tiefe Verbundenheit zu den eigenen Instinkten gewährt. 

Zu unterscheiden ist allerdings, um welche Art von Bär es sich handelt: um einen brummigen Braunbären, der auch in Märchen und Mythen häufig auf die Kraft der Verwandlung deutet; oder aber um einen kühlen Eisbären, der das „Einfrieren“ einer Beziehung symbolisieren kann. Wichtig ist, was Sie als Träumender persönlich mit der jeweiligen Bärenart verbinden.

Der Bär im Traum: Ein Beispiel

Kai ist mit seiner Familie in einem großen Partyzelt. Sie bereiten ein Fest vor, vermutlich ist es Weihnachten, denn in einer Ecke steht ein riesiger Tannenbaum. Plötzlich verwandelt sich der Baum in einen ebenso riesigen Bären. Alle laufen davon, nur Kai bleibt wie angewurzelt stehen. Der Bär kommt auf ihn zu, Kai will schreien, aber seine Kehle ist wie zugeschnürt. Dann legt sich der Bär direkt vor seine Füßen hin und rollt sich wie ein kleines Kind zusammen. „Das kann ich also auch“, denkt Kai und erwacht mit genau diesem Gedanken.

Bärenkräfte und Zutrauen entwickeln

Weihnachten gilt als Fest der Liebe und dennoch kommt es gerade an Weihnachten in vielen Familien zu bösen Streitigkeiten. Vielleicht möchte der Bär in Kais Traum ihn genau davor warnen. Während die anderen sich vor der Gefahr in Sicherheit bringen, indem sie einfach davonlaufen, muss Kai sich seiner Angst stellen. 

Seine Situation ist unsicher, die Familie befindet sich in einem Zelt, das keinen Schutz bietet. Er tritt aus der Familie heraus, indem er als einziger stehen bleibt. Dabei erweist sich seine Angst als Gefährte, der ihm eine neue Erfahrung ermöglicht. Denn der Bär, diese übermächtige Kraft, tut ihm nichts, im Gegenteil, erweist sich eine Bedrohung als nur gedacht. 

Das gesamte Traumbild deutet daher weniger auf einen familiären (weihnachtlichen) Konflikt, es deutet an, dass Kai sich bisher zu wenig zugetraut hat. Unterstützt wird dies durch den Gedanken, der ihm durch den Kopf geht: „Das kann ich also auch.“ So ergibt sich für Kai eine sehr positive Deutung des Traumes, der ihm letztlich mitteilt, dass er sich auf seine eigenen Bärenkräfte verlassen kann. Er übernimmt die Verantwortung, die einst seine Eltern für ihn getragen haben, und kann sich auch größeren Herausforderungen stellen. Dafür ist es notwendig, die Kraft des Unbewussten, die der Bär ebenfalls symbolisiert, zuzulassen.

Ihre individuelle Deutung eines Bären-Traumes

Der Teddybär ist ein kindlicher Gefährte, der Schutz und Geborgenheit signalisiert. Doch als Erwachsene wissen wir, wie gefährlich Bären in Wirklichkeit sein können. Bären-Träume enthalten in der Regel beide Komponenten. Sie symbolisieren eine Gefahr, in der wir uns wirklich oder vermeintlich befinden. Und sie deuten einen Weg an, wie wir diese Situation auflösen, wie wir Schutz finden können. Haben Sie in jüngster Zeit von einem Bären geträumt, der Sie bedroht oder vor dem Sie fliehen müssen? 

Um zu einer individuellen Deutung Ihres Traumes zu gelangen, können Sie sich anfänglich mit den folgenden Fragen befassen:

• Näherte sich der Bär Ihnen auf eine bedrohliche Weise? Wodurch fühlten oder fühlen Sie sich bedroht? Durch eine Übermacht, durch Aggressivität, durch das Gefühl, jemandem oder etwas nicht entkommen zu können?
• Gibt es einen Menschen in Ihrem Leben, der Sie mit Bärenkräften vereinnahmt?
• Wie ist es um Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Verbindung zu Ihren unterbewussten Kräften bestellt?

Versuchen Sie, sowohl die Bedrohung als auch die Kräfte, die der Bär Ihnen anzeigt, in Ihrer Deutung zu berücksichtigen. Beziehen Sie in Ihre Deutung zudem alle Personen und Umstände ein, die der Traum Ihnen anzeigt. Wer oder was hindert Sie daran, mit Ihren Bärenkräften, Ihrer Intuition, Ihrer Anima in Harmonie zu leben? Trauen Sie selbst sich dies zu? Sind Sie in der Wirklichkeit schon einmal einem Bären begegnet? In welcher Situation? Je genauer Sie die Einzelheiten erfassen und zuordnen, desto klarer wird Ihnen, welche Traumbotschaft Ihnen der Bär übermitteln will.

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