Bedeutung des Traumes in der indianischen Kultur Nordamerikas

Die Kultur der nordamerikanischen Indianer geht sehr weit zurück. Dieses Volk bezeichnet alle Indianer nördlich von Mexiko – das heißt des heutigen Staatsgebietes von Kanada, wo sie First Nations genannt werden und den USA, wo man sie Native Americans nennt. Jeder weiß, dass die indianische Bevölkerung mit dem Besiedeln Amerikas durch die Europäer stark zurückging. Allerding gibt es auch heute noch viele amerikanischen Ureinwohner in den USA, die die Kultur ihrer Vorfahren weiterleben lassen.Geschichte der Indianer vor Kolumbus

Der Ursprung der heutigen amerikanischen Urbevölkerung geht sehr weit zurück. Als vor 60.000 Jahren noch eine Landbrücke zwischen Alaska und Sibirien existierte, fanden einige Völkerwanderungen statt, die zur Besiedlung des amerikanischen Urkontinents führten. Forscher konnten feststellen, dass sich drei große Völkerwanderungen zugetragen haben müssen, was sie mit einer Studie über genetische und linguistische Unterschiede belegten. Alle diese Wanderungen brachten die Verbreitung unterschiedlicher Stämme und Bräuche mit sich, die sich individuell entwickelten.

Die drei großen indianischen Völker

Eine dieser drei Haupt-Gruppierungen ist die Clovis-Kultur. Menschen dieses Stammes waren in der Regel Jäger und verwendeten äußerst spitze Speere. Erste Funde wurden 1932 in New Mexico entdeckt. Allerdings verbreitete sich diese Kultur in ganz Nordamerika und sogar in Teilen Südamerikas aus. Die Analyse dieser Funde zeigte, dass diese Kultur auf den Zeitraum von 9100 bis 8850 vor Christus zurückgeht.

Die zweite große Ur-Kultur Nordamerikas ist die Folsom-Kultur. Auch hier wurden in New Mexico prähistorische Funde entdeckt. Diese Kulturkonnte man vor allem an den eher stumpferen Speerspitzen charakterisieren. Diese Kultur lebte zwischen 9000 und 8000 vor Christus.

Die dritte Kultur wird einer Sprachengruppe zugeordnet: den Na-Dené-Sprachen. Die Menschen dieser Kultur sind Vorfahren der bekannten Navajo und Apachen. Sie zählten zu den Wanderern und Sammlern unter den amerikanischen Kulturen, die im Sommer Nahrungsmittel für den Winter sammelten und häufig ihre Dörfer wechselten. Diese Gruppierung erreichte Nordamerika zwischen 5000 und 8000 vor Christus.

Einfluss der Europäer

Mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus im Jahr 1492 hatte sich die Welt der Indianer schlagartig verändert. Nach und nach folgte die Kolonialisierung und viele Dörfer und Städte entstanden. Allerdings wurden zuerst die karibischen Inseln Hispaniola, Puerto Rico und Kuba besiedelt und erst 1500 nach Nord- und Südamerika ausgeweitet. England, Frankreich, Spanien und Portugal waren die großen Kolonialmächte und teilten nach und nach das Land unter sich auf. Frankreich errichtete Siedlungen im Osten Nordamerikas und auf einigen karibischen Inseln sowie Südamerika, Spanien genauso, Portugal besiedelte das heutige Brasilien und England ließ sich ebenfalls in großen Teilen Nordamerikas und der Karibik nieder. Dies stieß natürlich bei den Indianern auf Widerstand und zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen den Kolonialmächten und den Ureinwohnern brachen aus, die die Siedler letzten Endes durch moderne Waffen für sich entscheiden konnten. Viele Indianer mussten in diesen Kämpfen ihr Leben lassen. Die Indianer wurden von den Siedler vertrieben und die indianische Bevölkerungszahl sank immens, jedoch nicht nur wegen den Kämpfen, sondern auch aufgrund vieler europäischer Krankheiten, vor allem der Grippe, deren Viren die Indianer nicht standhalten konnten.

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Aus den drei großen Gruppierungen kristallisierten sich über die Jahre hinweg zahlreiche verschiedene Indianerstämme mit eigenen Sprachen und Kulturen heraus. Allerdings betrieben alle Stämme intensiven Handel miteinander und pflegten ein friedliches Verhältnis über den gesamten nordamerikanischen Kontinent hinweg. Vor allem die großen Seen und Flüsse dienten als wichtige Handelsrouten. Dies ist auch der Grund dafür, dass viele amerikanische und kanadische Flüsse und Seen auch heute noch indianische Namen tragen. Auch andere kulturelle Gegenstände der indianischen Kultur sind immer noch allgegenwärtig, darunter das Tipi, der Totempfahl, die Friedenspfeife, Mokassins und einige mehr. Auch Kaffee, Kartoffeln, Mais und Schokolade wäre ohne die Ureinwohner nicht Nach Europa gekommen.

Die Kultur der amerikanischen Indianer war sehr naturverbunden. So existierten sogar sogenannte 10 Gebote der Indianer, die heute auch noch gelten. Diese Gebote beziehen sich hauptsächlich auf ein Leben im Einklang mit der Natur und auf den Respekt der Natur und aller anderen Lebewesen.

Auch heute noch leben viele Native Americans in den USA. Dort alleine sind es etwa 500.000, doch auf dem gesamten Kontinent sind viele Millionen mehr anzutreffen. Diese Bevölkerungsgruppe hat allerdings immer noch mit den Nachteilen aus der Kolonialzeit zu kämpfen. Viele von ihnen leben in eigenen Reservaten, doch rund 70 % aller amerikanischen Ureinwohner leben in Großstädten. Die meisten davon in Los Angeles, weitere leben bevorzugt in San Francisco, Oakland, Tulsa, Oklahoma City, New York City, Buffalo, Pheonix, Denver Milwaukee und Albuquerque. Einige leben richtig integriert und sind gut ausgebildet, andere dagegen halten sich völlig abgeschottet dort auf und haben keinerlei Bildung erhalten. In den USA gibt es heute rund 300 bundesstaatliche Reservate, hauptsächlich westlich von Mississippi und 21 staatliche, die sich meist im Osten befinden. Manche Reservate beziehen sich strikt auf einen Stamm, andere werden von mehreren Stämmen geleitet. Interessant ist, dass die Reservate als souveräne Staaten angesehen werden, die Bürger allerdings gleichzeitig U.S. Bürger sind. Indianische Kunst erlebt gerade eine Renaissance. Handgefertigte indianische Kunst ist so zur Zeit so beliebt wie noch nie und das nicht nur in den USA sondern weltweit.

Die Bedeutung von Träumen in der indianischen Kultur

Träume hatten in der indianischen Kultur schon immer eine große Bedeutung inne und wurden mit Respekt betrachtet. Indianer sahen Träume als ein Mittel für den Empfang von heiliger Weisheit und Lebensweisung an. Sie waren ebenfalls der Ansicht, dass verstorbene Vorfahren zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens in Träumen zu den Menschen sprachen und dass prophetische Träume zwischen 2 Uhr und 7 Uhr morgens geschehen. Jeder Mensch hat einen eigenen Totem oder ein spezielles Tier, das als eine Art Wegweiser oder Schutzengel fungiert. Im Laufe des Lebens kann ein Mensch auch einen neuen Totem bekommen. Jedes Tier hat eine besondere Bedeutung in der indianischen Kultur. Erscheint ein Totem in einem Traum, hat dies eine sehr große Bedeutung und leitet ein wichtiges Geschehnis ein. Die meisten Indianer glaubten auch an Traumgeister, die über alle Träumenden wachten und zusätzlich eine wegweisende Funktion innehatten. Einer dieser Traumgeister ist das weiße Reh, welches für die Indianer von großer Bedeutung war, denn es versorgte die Stämme mit Essen, Kleidung und Materialien für Waffen. Amerikanische Ureinwohner lebten im Einklang mit den Tieren und sprachen ein Gebet, wenn ein Tier sterben musste. Ein weiteres Traumsymbol der Indianer war der weiße Wolf. Dieser hatte eine Beschützerrolle inne und bewahrte den Träumenden vor Schaden. Er konnte auch als eine Art Signal gedeutet werden, dass man sich in der nächsten Zeit besser in Acht nehmen soll. Eine weitere indianische Tradition ist das heilige Fasten. Kinder, meist 10 Jahre alt, werden dazu angemahnt, im Monat des kleinen Bären (Februar) 10 Tage lang zu fasten. Dies ist ein Ritual für das Erwachsenwerden. Die meisten Kinder werden angemahnt, nicht zu essen, in der Hoffnung einen Traum zu erleben, in dem sie von einem Totem besucht werden, der sie segnet.

Der indianische Traumfänger

Der Traumfänger hat für die indianische Kultur eine große Bedeutung, denn er steht für Verbundenheit zwischen den vielen indianischen Stämmen. Schon seit jeher existiere die Funktion eines Traumfängers, dass sich böse Träume im Netz verfangen sollten um den Träumenden nicht zu erreichen. Traditionelle indianische Traumfänger sind relativ klein – nur etwa 5 cm groß – und aus biegsamem Holz, Sehnenfaden und Federn gefertigt. Ursprünglich kommt der Traumfänger nur im Stamm der Ojibway (Chippewa) vor und erreichte vor allem in den 1960er und 70er Jahren große Beliebtheit auch bei anderen Indianerstämmen.

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