Das Déjà-vu

Bei einer Déjà-vu-Erfahrung hat der Mensch das diffuse Gefühl, eine unbekannte Situation genau so schon einmal durchlebt zu haben. Dies ist nicht ungewöhnlich, denn laut einer Studie unter Studenten an der Universität Halle-Wittenberg haben bereits 90 Prozent von ihnen schon mal ein Déjà-vu erlebt. 

Déjà-vu kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „schon einmal gesehen“. So kann ein Mensch einen unbekannten Raum betreten und glauben, dass er schon einmal dort gewesen ist. Dabei handelt es sich in der Regel jedoch um einen Streich, dem ihm das Gedächtnis spielt. Während bei gesunden Menschen eine solche Erfahrung spontan und nur selten auftritt, kann es bei psychischen Erkrankungen, wie Psychosen oder Neurosen sowie bei Vergiftungen häufiger und verstärkt auftreten.

Die Ursachen bleiben nicht ungeklärt

Die Existenz um das Déjà-vu ist und bleibt unter Skeptikern und Anhängern des Übersinnlichen umstritten. Unklar sind nach wie vor die Ursachen, die bisher wissenschaftlich nicht belegt werden können. Eine Hypothese sagt aus, dass verdrängte Phantasien der Ursprung dieser Erlebnisse sein sollen. Psychologen vertreten stattdessen die Meinung, dass das Déjà-vu Erinnerungen an tatsächlich erlebte Situationen seien. Diese waren jedoch so kurz, dass die Betroffenen sie nicht bewusst wahrnehmen und merken konnten. Auch für Menschen, die an Übersinnliches glauben, sind diese Erlebnisse kurze Erinnerungen an ein früheres Leben. Mit dem Glauben an die Reinkarnation lebt der Mensch demnach nicht nur einmal, sondern die Seele und sein Bewusstsein verkörpern sich mehrmals nacheinander, um durch die Erfahrungen aus diesen wiederholten Leben auf der Erde zu lernen.

Nur eine Fehlschaltung im Gehirn?

Britische Forscher stellten im Verlauf ihrer Untersuchungen wiederum die Theorie auf, ein Déjà-vu würde durch entkoppelte Gedächtnisprozesse künstlich erzeugt werden. Für Neurologen ist das Déjà-vu-Erlebnis damit lediglich eine Fehlschaltung im Gehirn. Hier würden die zwei Abteilungen, der parahippocampale Cortex und der Hippocampus nicht, wie im Normalfall, zusammenarbeiten. Der Hippocampus ist das Archiv für sogenannte, episodische Erinnerungen, wie Kindheitserlebnisse. Der parahippocampale Cortex hingegen greift eintreffende Eindrücke auf und sucht im Archiv nach gleichen oder ähnlichen Erinnerungen. Findet der Cortex diese ähnlichen Erinnerungen, so deklariert er den Eindruck als bekannt und verleiht dem Menschen das typisch vertraute Gefühl. Ein Déjà-vu entsteht demnach, wenn der Cortex fälschlicherweise einem Eindruck ein vertrautes Gefühl zuordnet, obwohl keine passende Erinnerung vorhanden ist. Daraus entsteht das merkwürdige Gefühl aus Vertrautheit und Befremden, die das Déjà-vu-Erlebnis auszeichnet. Das menschliche Gedächtnis arbeite anders als ein Computer, erklärt der Neurologe Roberto Carbeza von der Duke-Universität im Bundesstaat North Carolinda, Amerika. „Oftmals sind die Menschen von der Wirklichkeit vergangener Ereignisse überzeugt, obwohl sie sich niemals zugetragen haben.“

Zahlreiche Menschen sind ebenfalls der Auffassung, dass die Déjà-vu Erlebnisse durch geträumte Bilder im Schlaf entstehen. Diese haben meist in ihrer Darstellung nichts direkt mit der Realität zu tun, sondern sind Bruchstücke vom Alltag und Erinnerungen aus der Vergangenheit, die das Unterbewusstsein versucht zu verarbeiten. Behält der Mensch in Ausnahmefällen nun Teile seines Traumes in Erinnerung und der Cortex ordnet einer Situationen genau diese geträumte Erinnerung zu, so wird dem Menschen das merkwürdige und vertraute Gefühl eines Déjà-vus vermittelt.

Dem Phänomen psychologisch auf der Spur

Der Psychologe Alan Brown von der Southern Methodist University in Dallas hat einige Möglichkeiten untersucht, die wissenschaftliche Beweise um die Ursachen des Déjà-vu liefern könnten. Er konnte das Gefühl eines Déjà-vu auslösen, indem er seine Versuchspersonen ablenkte, nachdem sie einen kurzen Blick auf eine Szene erhascht hatten und dann einige Minuten später länger hinsahen. „Das kann sich anfühlen, als wenn man es schon einmal gesehen hat, aber viel früher“, kommentierte der Psychologe nach dem Versuch.

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