Traumdeutung: Delfin

Delfine sind Säugetiere und äußerst gesellige wie soziale Tiere. Ihnen wird besondere Intelligenz, ein ausgeprägtes Sozialverhalten und große Verspieltheit nachgesagt. 

Schon in der griechischen Antike galten sie als Begleiter und Retter von Göttern. Als Mittler zwischen dem Element Wasser, als göttliche Begleiter, als emotionale und soziale Wesen erscheinen sie nahezu perfekte Meeresbewohner. Und da sie über ein ausgeklügeltes System der Kommunikation verfügen, gelten sie zugleich als Mittler zwischen Bewusstem und Unbewusstem, zwischen materiellen und ideellen Werten. 

All diese Eigenschaften können sich als bewusste Assoziation oder unbewusstes kollektives Wissen im Traumsymbol Delfin wiederfinden:

Sieht der Träumende einen oder mehrere Delfine, geht es daher in der Regel thematisch darum, eine unterbrochene Verbindung wieder aufzunehmen, oder das Verhältnis zwischen zwei und mehr Bereichen wie beispielsweise dem seelischen Empfinden und dem geistigen Wollen besser auszubalancieren

Ist der Traum von eindeutig positiven Empfindungen begleitet, so deutet dies darauf hin, dass auch der Träumende sich gegenwärtig in einer sehr positiven gut ausbalancierten Lebenssituation befindet oder sich diese in Kürze einstellen wird. 

Darüber hinaus symbolisieren Delfine Flexibilität und die Fähigkeit, rasch zwischen verschiedenen Bewusstseinszuständen umschalten zu können. Je nach Trauminhalt kann dies auch für den Träumenden gelten oder aber es kann die Aufforderung enthalten sein, sich mit Blick auf andere Menschen oder die Gesamtsituation flexibler zu verhalten.

Delfintraum: Ein Beispiel

Im Traum geht Kai am Strand spazieren. Die See ist aufgewühlt und er schmeckt das salzige Meereswasser auf seinen Lippen. Dann sieht er in der Ferne einen Delfinschwarm, der viele Mal in die Luft schnellt und ihn zu rufen scheint. Plötzlich wandelt sich das Traumbild und Kai sieht sich auf dem Rücken eines Delfins sitzen, der eben abtauchen will. „Aber ich kann doch nicht so tief tauchen“, ruft Kai verzweifelt. Der Delfin wirft ihn daraufhin ab und gibt Töne von sich, die wie ein lautes Lachen klingen. Kai erwacht und meint noch immer das salzige Meerwasser zu schmecken, bis er feststellt, dass es seine eigenen Tränen sind.

Der Delfin als geistiger oder emotionaler Seelenführer

Einsamkeit und der Wunsch nach Zugehörigkeit sind offensichtlich die Grundthemen von Kais Delfin-Traum. Doch kommen darin auch die Ambivalenzen seines momentanen Gefühlslebens zum Ausdruck. 

Einerseits begibt er sich in die Nähe der Weite und Freiheit des stürmischen Meeres, was ebenfalls für das Auf und Ab seiner augenblicklichen Seelenlage stehen kann. Auf der anderen Seite sehnt er sich nach der Geborgenheit und leichten Verspieltheit der Delfinfamilie. Seine eigene Ratlosigkeit, wofür er sich entscheiden kann oder soll, kommt in dem Umstand zum Ausdruck, dass er nicht weiß, wie er auf den Delfinrücken gelangte. Dort bemerkt er, dass er nicht so tief tauchen kann, wie diese – ein erneuter Hinweis darauf, dass es ihm schwerfällt, sich auf die Tiefen seines Gefühlslebens einzulassen. Dieses wird von einer tiefen Trauer – und vielleicht der Angst, ausgelacht zu werden, wenn er sich in seiner Verletzbarkeit offenbart – dominiert. Der Kreis schließt sich in dem Moment, da Kai bemerkt, dass der salzige Geschmack nicht vom Meereswasser, sondern von seinen eigenen Tränen stammt. 

Der Traum lässt sich damit eindeutig als Aufforderung deuten, die eigenen Gefühle anzunehmen und sich ihnen auch dann hinzugeben, wenn damit ein Risiko verbunden ist. Der Delfin erscheint als Seelenführer, der dem Träumenden seinen Weg weist.

Ihre individuelle Traumdeutung vom Delfin-Traum

Die Mimik von Delfinen wird von den einen als traurig, von den anderen als belustigt gedeutet. Zumeist wird die Interpretation von der Stimmung des Betrachters beeinflusst. Denn Delfine scheinen immer genau das zu spiegeln, was wir selbst gerade empfinden – Geselligkeit oder Freiheit, Flexibilität oder Angepasstheit an das Gruppenverhalten, der Wunsch nach hohen Sprünge oder tiefem Abtauchen. 

Haben Sie von einem Delfin geträumt, können Sie sich der Deutung Ihres Traumes anfänglich über die Beantwortung der folgenden Fragen nähern:

• Welche Eigenschaften assoziiere ich am ehesten mit dem Delfin? Was ist aus meiner Sicht das herausragende Merkmal?
• Was drückte das Verhalten des Delfins im Traum aus – Flexibilität oder Anpassung, Verspieltheit oder soziale Verantwortung?
• War ich selbst der Delfin oder sah ich einem bzw. mehreren Delfinen zu? Welche Sehnsucht könnte sich darin ausdrücken?

Nicht immer sind Delfine als Traumsymbole so eindeutig mit unseren Emotionen verbunden. Immer aber übernehmen sie eine vermittelnde Funktion zwischen Gegensätzen oder weisen darauf hin, dass wir diese in Balance halten sollten – und zwar auf möglichst spielerische Art und Weise und doch mit der gebotenen Tiefe.

Weblinks

Cathrin Caprez: Delfine sind noch viel intelligenter und sozialer als gedacht. srf.ch.

Wiebke Hollersen: Das sonderbare Sexleben der Delfine. welt.de.

Macht’s gut, und danke für den Fisch. de.wikipedia.org.

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