Die afrikanische Traumwurzel

Im südlichen Afrika wächst ein Nelkengewächs – die afrikanische Traumwurzel – welche im Lateinischen „Silene undulata“ genannt wird. In Afrika ist sie als „Ubulawu“ bekannt.

Die afrikanische Traumwurzel kann dabei helfen, sogenannte luzide Träume zu erleben oder sich zumindest an das Geträumte zu erinnern. In Afrika wird dieses Kraut im Schamanismus angewandt. Die Einnahme soll Schamanen dabei helfen, im Schlaf Kontakt zu den Verstorbenen aufzunehmen. Die Wurzel wird dabei zu Pulver verarbeitet und dieses in Wasser gerührt. Nach längerem Rühren entsteht ein Schaum, der vor dem Schlafen abgetrunken wird. Eine eher ungewohnte und nicht typische Variante ist es, ein Stück der Wurzel zu kauen und auf diesem Weg die Wirkstoffe zu sich zu nehmen.

Die enthaltenen psychoaktiven Komponenten verursachen sehr lebhafte und bunte Träume. Der Wurzel wird ebenso nachgesagt, prophezeiende Träume hervorzurufen: das macht sie besonders bei Schamanen beliebt.

In Peru wird eine Pflanze mit ähnlichen Wirkstoffen und einer ähnlichen Wirkungsweise – bekannt als Ayahuasca – bei Ritualen von Schamanen genutzt. Diese ruft intensive und traumähnliche Erfahrungen bei den betroffenen Personen hervor.

Die Pflanzen können als „Traumpflanzen“ bezeichnet werden. Der englische Name „oneirogenic plants“ deutet – durch den Bezug zum griechischen Wort oneiros (für Traum) – ebenso darauf hin. Weitere solche Pflanzen, die Träume hervorrufen können, sind zum Beispiel Calea zacatechichi – das Traumkraut und Entada rheedii – das afrikanische Traumkraut.

Die Calea zacatechichi ist auch als das Blatt Gottes bekannt. Die Pflanze wird in Mexiko genutzt, um bei Ritualen Träume hervorzurufen. Es gibt sie in zwei Arten – die eine ist sehr bitter, die andere nicht. In den USA ist es legal, sie zu kultivieren und zu ernten, eine Ausnahme bildet der Staat Louisiana.

Entada rheedii kommt in Form von großen Samekapseln einer Lianen-Gattung vor. Die Pflanze wird auch als afrikanisches Traumkraut oder „Snuff Box Sea Bean“ bezeichnet. Dies ist ein Bezug auf die dicken Bohnen in den Kapseln, die auch längere Zeit unbeschadet in Wasser erhalten bleiben. Auch diese Pflanze wird in der traditionellen afrikanischen Medizin genutzt, um Träume herbeizuführen, damit die Patienten mit der Traumwelt und den Geistern der Ahnen kommunizieren können. Die Bohnen in den Samenkapseln sind wahlweise direkt zu essen oder im getrockneten und gehackten Zustand in Tabak zu mischen und als Zigarette zu rauchen. Im Gegensatz zu den anderen Pflanzen, die Träume hervorrufen, wird diese auch als Medizin gegen Beschwerden wie Zahnschmerzen, Gelbsucht oder gegen Geschwüre verwendet.

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