Die REM-Schlafphase oder Traumschlafphase

Der Schlaf ist kein monotoner Stand-by-Betrieb von Gliedmaßen und Geist. Die Natur hat den Körper so konzipiert, dass er im Schlaf die Erfahrungen und Strapazen des vergangenen Tages verarbeitet und sich erholt. Bei dieser seelischen Ordnungsschaffung sinkt der Puls, die Atemfrequenz und der Blutdruck. Ausgenommen ist das Gehirn, welches selbstständig im Schlaf weiterarbeitet. Die gesamten Erfahrungen werden im sogenannten Hippocampus gebildet, jedoch an einem anderen Ort des Gehirns gespeichert. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen vermutet man, dass der Neocortex, die äußere Schicht des Gehirns, als tatsächlicher Speicherort für Erinnerungen dient.

Nach der inneren Uhr Ruhe und Schlaf finden

Der erwachsene Mensch schläft in der Regel etwa sieben bis acht Stunden täglich, damit etwa ein Drittel seines ganzen Lebens. Jugendliche schlafen rund neun Stunden und Kleinkinder für eine einwandfreie Wachstumsentwicklung rund 16 Stunden. Doch wann verspürt der Mensch eine Müdigkeit? Der Eintritt der Müdigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unabhängig davon, ob ein geregelter Alltag vorliegt, hat der menschliche Körper eine feste Abfolge und eine innere Uhr mit der sich der Körper an Tag und Nacht orientiert. Die innere Uhr ist insbesondere bei Kleinkindern wichtig, um einen routinierten Alltag zu bekommen, geregelt einzuschlafen und eine einwandfreie Wachstumsentwicklung zu gewährleisten. Arbeitet man in verschiedenen Schichtdiensten, dann kann man sich nicht nach der inneren Uhr richten. Man muss auf Rituale zurückgreifen die den Körper und Geist entspannen und so die Erschöpfung im erholsamen Schlaf ausgleicht. „Störfaktoren“ wie Medikamente, Alkohol oder Koffein sorgen dafür, dass der natürliche Schlafrhythmus beeinträchtigt wird.

Die einzelnen Phasen bis zum Übergang in die Traumwelt

Man unterscheidet im Allgemeinen zwischen zwei Grundformen des Schlafs: dem REM-Schlaf (Rapid Eye Movement: benannt nach der schnellen Augenbewegung in dieser Schlafphase) und dem Non-REM-Schlaf. Der Körper durchläuft in der Schlafzeit Zkylen und jeder Zyklus steigert sich vom leichten Tramschlaf bis hin zu reglosen Tiefschlaf (vier Non-REM-Schlafphasen und eine REM-Phase). Insgesamt vier bis sechs Mal wird dieser Schlafzyklus nacheinander in der Nacht vom menschlichen Körper durchlaufen. Eine Phase dauert ungefähr 90 Minuten. Im Ersten der fünf Stadien, der Einschlaf-Phase, werden die Augen geschlossen und man fällt in einen halbwachen Zustand bei dem sich bereits die Augenaktivität verlangsamt. Außerdem verändert sich allmählich die elektrische Hirnspannung: Die Gehirnstromwellen des Wachzustandes (Beta-Wellen) verwandeln sich langsam in Alpha-Wellen. Diese Wellen schwingen langsamer als die Beta-Wellen.

Damit einher geht das Nachlassen der Sinneswahrnehmungen und die Verminderung der geistigen Aktivität. Die Psyche beginnt sich zu entspannen und das Bewusstsein ist nur noch schwach vorhanden. Die Atembewegung und Herzfrequenz stabilisieren und die Muskeln entspannen sich. Die Augen bewegen sich nicht mehr horizontal wie im Wachzustand sondern vertikal.

Das anschließende Leichtschlafstadium wird in der Schlafforschung nicht als wirkliche Schlafphase gewertet. Durch das Entspannen der Muskulatur können hier krampfartige Muskelzuckungen im menschlichen Körper entstehen die dem Einschlafenden das Gefühl vermitteln können zu fallen. In weiterer Folge gewinnt der Schlaf mehr an Tiefe. Die Muskeln sind komplett erschlafft und die Augen bewegen sich kaum noch. Sollte der Mensch in dieser Phase träumen, handelt es sich in der Regel um sehr realitätsbezogene Träume. Konnte man psychische Stresssituationen tagsüber nicht verarbeiten, kehren sie in diesem Schlafstadium wieder. Je schwerer der Konflikt wiegt, umso häufiger wiederholt sich der als Realität empfundene Trauminhalt. Liegt eine besonders starke seelische Belastung vor, kann der menschliche Körper und Geist nicht entspannen und abschalten. Es kann zu keinem tieferen Schlafstadium kommen, wodurch die Nachtruhe und damit der Erholungswert geschmälert wird. In der nächsten Phase kommt es zu einer Steigerung des vorherigen Schlafstadiums. Die Atmung, die Herzschlagfrequenz und der Blutdruck sind sehr regelmäßig und langsam. Die Körpermuskeln sind erschlafft, die Augen bewegen sich nur minimal und die Körpertemperatur nimmt ab. In diesem Schlafstadium steht die körperliche Erholung des Menschen und Regeneration des Immunsystems im Vordergrund. Nach 60-90 Minuten geht der Schlaf in die REM-Phase über. In diesem Stadium ist es besonders schwer aufzuwachen. Nach dem Aufwachen braucht man meist einige Minuten um sich zurechtzufinden, schläft jedoch leichter wieder ein.

Die Traumwelt in der REM-Phase entdecken

REM steht übersetzt für „Rapid Eye Movement“ und kennzeichnet wortwörtlich die aktive Augenbewegung in der Traumphase. Die wissenschaftliche Entdeckung des REM-Schlafes ist auf Eugene Aserinsky und seinen Professor Nathaniel Kleitman zurückzuführen. In diesem Stadium erlebt der Mensch die intensivsten Träume, weshalb diese Phase auch als Traumphase bezeichnet wird. Die „Schlaftiefe“ der REM-Phase ist mit dem Tiefschlaf vergleichbar. Während Augenbewegungen bisher nicht auftraten, sind sie nun besonders stark. Sowohl der Puls als auch die Atemfrequenz sind erhöht und unregelmäßig. Die Hirnstromaktivitäten sind höher als im Wachzustand und liegen bei vier bis acht Hz. Generell kann man sich besonders gut an seine Träume erinnern, wenn man in der REM-Phase geweckt wird.

Betrachtet man dieses Schlafstadium aus psychologischer Sicht, dann entspricht der Traumschlaf dem Wachzustand des Menschen. Um zu vermeiden, dass die Bewegung aus dem Traum in der Realität nicht stattfindet, sind die Skelettmuskeln noch schlaffer als in der vorangegangenen Tiefschlafphase, wodurch sich der Körper in einer Art Lähmungszustand befindet. Das „Rapid Eye Movement“, sprich die aktiven Augenbewegungen sind von der Lähmung ausgenommen, da sie durch spezielle Nervenfasern gesteuert werden.

Die erste REM-Phase eines Schlafzyklus dauert nur etwa zehn Minuten, die zweite REM-Phase ist doppelt so lang und die Traumphasen können sich bis zu einer Stunde Länge steigern. In Ausnahmen können Langschläfer sogar ununterbrochen bis zu zwei Stunden träumen.

Obwohl das Schlafbedürfnis eines Menschen individuell und damit sehr unterschiedlich ist, werden diese fünf Phasen in der Nacht gleich mehrere Male durchlaufen. Dadurch träumt der Mensch gleich mehrere Male, kann sich jedoch durch den Schutzmechanismus des Körpers nur sehr schwer an diese Traumerlebnisse erinnert.

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