Traumdeutung: Einbruch

Grundsätzlich lässt sich bezüglich Einbruch und Traumdeutung folgendes sagen: Einbrecher tauchen bevorzugt dort auf, wo es etwas zu holen gibt. Das ist die positive Botschaft eines solchen Traumes. Nur ist es dem Träumenden häufig nicht bewusst, welche kostbaren Schätze er oder sie beherbergt. Erst der Einbruch (ins Bewusstsein) macht ihn darauf aufmerksam. 

Entscheidend für die Interpretation ist es, ob der Dieb tatsächlich etwas stiehlt, ob er ertappt wird oder ob der Traum eine überraschende Wendung nimmt. Falls der Dieb etwas entwendet, kann in dem Objekt ein Hinweis darauf gesehen werden, was dem Träumenden fehlt. Vielleicht fürchtet er auch, nicht genug geben zu können oder ihn plagen Verlustängste. 

Wird der Dieb erwischt, so bringt der Traum die Botschaft mit sich, dass ein Gelingen in einer wichtigen Angelegenheit bevorsteht. 

Ist der Träumende selbst der Einbrecher, so sind ebenfalls – abhängig von den Traumdetails – verschiedene Deutungen möglich. Vielleicht sehnt er sich nach einem Ausbruch aus seiner gegenwärtigen Situation, nach einem Abenteuer. Oder aber er leidet unter einem geringen Selbstwertgefühl, meint, ihm stehe nichts zu und holt sich daher nur heimlich, was er braucht.

Der Traum vom Einbruch: Ein Beispiel

Lisa träumt, dass sie aus dem Schlaf erwacht, weil jemand an ihrer Zimmertür rüttelt. Während sie steif vor Angst überlegt, was sie tun kann, lässt die Person von der Tür ab, dafür hört sie jetzt Geräusche, die darauf deuten, dass die Person ihre Wohnung durchsucht. Es handelt sich offensichtlich um einen Einbrecher. Aber wonach sucht er? Sie hat doch nichts, was wertvoll wäre. Plötzlich wandelt sich das Bild. Lisa sieht einen hellen Glanz, der sich in ihrem Zimmer ausbreitet. Sie wird gewahr, dass dieses Licht von ihr selbst ausgeht. Die Geräusche von nebenan verstummen. Lisa staunt und fühlt sich aufgehoben.

Der Einbruch ins Bewusstsein: auf dem Weg zur eigenen Wertschätzung

An Lisas Traum fällt zunächst auf, dass nicht der Einbrecher, sondern der Einbruch selbst im Vordergrund steht. Der Einbrecher bleibt außen vor, Lisa sieht ihn nicht und es gelingt ihm auch nicht, die Tür zu öffnen. Dass Lisa sich fragt, wonach der Einbrecher wohl sucht, deutet darauf hin, dass sie grundsätzlich der Meinung ist, bei ihr seien keine Schätze zu finden. Ein Gedanke, der durch den hellen Glanz, der sich gleich darauf in ihrem Zimmer ausbreitet, ins Gegenteil verkehrt wird. Damit scheint auch die Deutung des Traumes klar: Lisa ist ein Mensch, der sich selbst für nicht besonders wertvoll hält. Nicht einmal ein Einbrecher findet bei ihr etwas. Doch durch den Einbruch erlebt sie etwas sehr Kostbares. Sie erfährt, dass Licht und Wärme von ihr ausgehen. Sie erlebt einen erhellenden Einbruch.

Ihre individuelle Traumdeutung von Einbruchsträumen

Für die Traumdeutung kann es also sehr wichtig sein, zu unterscheiden, was das eigentliche Thema des Traumes ist: der Einbrecher oder der Einbruch. Der Einbrecher symbolisiert eine Person, die sich mit Gewalt etwas nimmt oder das Abenteuer, das Risiko schätzt. Der Bestohlene ist eine Person, die viel zu geben hat. Die sich ihrer Werte bzw. ihres Wertes aber nicht bewusst ist oder fürchtet, ausgenutzt zu werden, einen Verlust zu erleiden. 

Der Einbruch dagegen symbolisiert den Wandel, vor allem den Bewusstseinswandel – sofern die Person, die den Einbruch erlebt, dabei körperlich unversehrt bleibt. Ist dies nicht der Fall, so deutet auch der Einbruch darauf hin, dass dem Träumenden Gewalt angetan wird – seelische oder körperliche. Haben Sie also unlängst von einem Einbruch geträumt, dann vergegenwärtigen Sie sich zunächst, was das zentrale Thema Ihres Traumes war. 

Zudem können Sie sich die folgenden Fragen stellen:

• Wie ist meine Selbsteinschätzung: Bin ich ein Mensch, der viel zu geben hat? Lohnt es sich, bei mir einzubrechen?
• Fürchte ich bestohlen, ausgenutzt zu werden?
• Breche ich selbst bei anderen ein? Nehme ich, ohne zu fragen, will ich besitzen, was anderen gehört oder sie auszeichnet? Steht mir der Sinn nach einem Ausbruch?

Viele Menschen, die tatsächlich schon einmal einen Einbruch in ihrem Zuhause erleben mussten, sagen, dass der Verlust der Wertsachen nicht das Schlimmste daran war. Viel schlimmer war das Gefühl, dass ein Fremder in die eigene Privatsphäre eingedrungen ist, darin herumgeschnüffelt hat. Sie fühlen sich ihrer Privatheit beraubt und in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher. Statt Wut auf den Einbrecher empfinden manche sogar Scham darüber, dass ihnen so etwas passiert ist. Der Traum vom Einbruch kann auch diese Situation spiegeln. Der Träumende fürchtet, dass er seiner Privatsphäre beraubt wird, dass jemand in seinen Geheimnissen wühlt. Dafür kann, muss es aber keinen konkreten Anlass geben.

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