Träume und ihre Bedeutung während Schwangerschaften

Frauen träumen während der Schwangerschaft besonders intensiv und bildreich. „Schwangere Frauen träumen tatsächlich viel und können sich oft intensiv an ihre Träume erinnern“, bestätigt Psychologin Dr. Patricia Garfield. Insbesondere gegen Ende der Schwangerschaft wird öfter und intensiver geträumt. Grund dafür ist, dass das Schlafen in dieser Phase wegen zahlreicher Unterbrechungen besonders schwierig ist. Zum einen drückt das Baby im Bauch häufig auf die Blase der Frau, zum anderen ist das Umdrehen im Schlaf durch den großen Bauchumfang nicht mehr möglich. Je öfter die Mutter in der Folge aufwacht, desto höher ist die Anzahl ihrer traumhaften Erlebnisse. Im Allgemeinen hängen Träume dabei eng mit der Schwangerschaft zusammen und sind sowohl vom körperlichen Zustand abhängig als auch davon, in welchem Trimester sich die Mutter befindet.

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Gründe und Ursachen

Das Schwangerschaftshormon Progesteron

Werdende Mütter werden innerhalb der neun Monate stark durch Hormone beeinflusst. Insbesondere das Schwangerschaftshormon Progesteron sorgt dafür, dass die Frau kurz vor dem Ende der REM-Tiefschlafphase aufwacht und sich dadurch intensiver und besser an ihre geträumten Erlebnisse, Farben und Emotionen erinnern kann. Das Progesteron bewirkt zudem, dass Schwangere häufig müder sind, mehr schlafen und deshalb auch mehr träumen.

Sorgen, Ängste und Fragen

Die intensiven nächtlichen Traumerlebnisse gehen auf den aufgewühlten psychischen Zustand der Frau zurück. Zahlreiche Fragen über die Schwangerschaft, die bevorstehende Geburt und das neue Leben mit einem Baby beschäftigen die werdende Mutter und erzeugen in ihr Vorfreude, Ängste und Sorgen, die allesamt in Träumen verarbeitet werden.

Die Entwicklung der Träume in der Schwangerschaft

In zahlreichen Studien wurde festgestellt, dass sich die Träume meist um Themen wie Schwangerschaft, Geburt und Baby drehen. Die amerikanische Psychologin Patricia Garfield hat sich intensiv mit diesem Phänomen und mit der damit zusammenhängenden Symbolik in den Schwangerschaftsträumen beschäftigt.

Unterschiedliche Traumbilder in den Schwangerschaftsphasen

Die Traumbilder unterscheiden sich in den verschiedenen Phasen der Schwangerschaft. Sie spiegeln die körperlichen und seelischen Zustände wie Sorgen, Ängste und Hoffnungen der Schwangeren wider.

Der Traum in den ersten Schwangerschaftsmonaten

Zu Beginn der Schwangerschaft sind Gärten, saftiges Obst und Gemüse sowie Blumenwiesen ein häufig auftretendes Thema in den Träumen der Frau. Diese Symbole stehen für Empfängnis und Fruchtbarkeit.

Auch Wasser ist ein häufiges Traumsymbol: Es steht für das Baby, welches im Fruchtwasser schwimmt. Die werdende Mutter begibt sich mit ihrem Ungeborenen im Traum von der „Schwerelosigkeit des Wassers“ auf eine Ebene.

Imposante Gebäude und Häuser treten gleichermaßen in der frühen Schwangerschaft auf. Sie stehen für das Bewusstsein, dass sich der eigene Körper und – mit der Geburt des Kindes – das eigene Leben verändern wird. Frauen träumen außerdem wiederholt vom Tragen besonders schwerer Gewichte oder Einbrechern. Diese Traumsymbole manifestieren die Angst vor der kommenden Belastung und dem Gefühl von Hilflosigkeit.

Die mittlere Phase der Schwangerschaft

Ab dem 4. Monat wird die Schwangerschaft durch das Wachsen des Babys im Unterleib der Frau immer präsenter. Der Bauch wird stetig runder und es ist eine kontinuierliche Gewichtszunahme zu verzeichnen. Zahlreiche Frauen sind in dieser Phase der Schwangerschaft besonders fit, der Körper ist stark durchblutet und Übelkeit wie in den ersten Schwangerschaftsmonaten tritt nur noch selten auf.

Vermehrt kommen in dieser Zeit sehr erotische Träume auf, in denen Ex-Freunde eine Rolle spielen oder sich der eigene Partner einer anderen Frau zuwendet. In der Traumdeutung steht dies für die Auseinandersetzung mit der eigenen Attraktivität und mit dem sich verändernden Körper.

Das letzte Trimester vor der Geburt

Innerhalb der letzten drei Monate vor der Geburt gestalten sich die Träume besonders lebhaft, intensiv und scheinen oft sehr symbolisch. Grund dafür ist das häufigere Aufwachen der werdenden Mutter, die sich viel besser an die erlebten Geschehnisse im Traum erinnern kann. Im dritten Trimester träumen viele sehr intensiv von ihrem Baby. Wird im Traum beispielsweise versehentlich eine Puppe kaputt gemacht oder kann sie nicht ausfindig gemacht werden, deutet dies auf die Angst vor der Mutterrolle hin und der damit verbundenen, großen Verantwortung. Auch Trauminhalte wie Reisen, Koffer und ein Aufenthalt an unbekannten Orten sind Themen, die für die Angst vor dem Unbekannten und einer neuen Lebensphase stehen.

Die Endphase der Schwangerschaft ist geprägt vom Thema Geburt. Die Inhalte umfassen die Schwerelosigkeit des Wassers, was mit dem im Fruchtwasser schwimmenden Baby gleichzusetzen ist. Oftmals wird außerdem von Wehen geträumt. Insbesondere Erstgebärende träumen aus Angst vor der Geburt vom eigenen Tod, Blutverlust und vom Ausgeliefertsein.

Traumdeutung: Schwangerschaft, Geburt, Baby

Träume, die sich mit der Schwangerschaft, Geburt und dem Baby befassen, helfen werdenden Mütter sowie auch Vätern, mit den großen Veränderungen im Leben umzugehen. Durch die Verarbeitung von Sorgen, Ängste und Hoffnungen gewährleistet das Unterbewusstsein im Vorfeld einen seelischen Stressabbau.

Die Art Geburt entscheidet über Charakterstärken

Die Geburt ist im Hinblick auf den Charakter des Kindes in seinem Leben von entscheidender Bedeutung. Menschen, die im Verlauf eines unerwarteten Wehen-Eintritts geboren werden, haben es oftmals eilig in ihren Lebenslagen und werden dadurch als hektische Zeitgenossen wahrgenommen. Menschen, die in einer Steißgeburt auf die Welt gekommen sind, bilden häufig einen durchsetzungsstarken und manchmal sturen Charakter aus. Säuglinge, die hingegen länger als ärztlich eingeplant brauchen, um geboren zu werden, entwickeln sich nicht selten zu zögerlichen und zurückhaltenden Menschen.

Schwangerschaftsträume ohne Schwangerschaft

Schwangerschaftsträume widerfahren nicht nur werdenden Müttern sondern auch Frauen, die nicht schwanger sind. Wer von einer Schwangerschaft, Geburt oder einem Baby träumt, steht meist vor einer neuen Lebensphase. Ist ein Baby Trauminhalt, steht dies meist auch für zukünftige Vorhaben und Pläne, die sich erst im Anfangsstudium befinden und die noch die nötige Ausreifung benötigen. Die Pläne und Vorhaben des Menschen müssen nochweiter gedeihen, wachsen und geformt werden, genauso wie ein Baby Zuneigung und Aufmerksamkeit braucht. Schwangerschaft, Geburt und Baby haben in diesem Zusammenhang einen symbolischen Charakter und kündigen Veränderungen oder langfristige Planungen an. Sie können einen Hausbau, eine Kapitalanlage, eine Geschäftseröffnung, das Auswandern, den Beginn einer Karriere oder einen Lebensabschnitt mit einem neuen Partner aufzeigen.

Die Art des Geburtsvorgangs ist von entscheidender Bedeutung

Die Art und Weise des Geburtsvorgangs im Traum, ist ein Hinweis auf die Entwicklung des Geplanten in der Realität. Der Zustand des Babys ist ebenfalls von Bedeutung. Es zeigt den Erfolg oder Misserfolg von zukünftigen Veränderungen des Träumers auf.

Ein halb verhungertes oder verletztes Baby kann bedeuten, dass etwas im geschäftlichen Umfeld nicht in Ordnung ist. Säuglinge, die im Traum hungrig sind, werden in der Traumdeutung oft als Bedürfnis nach geistiger Nahrung gesehen. Der Träumende hat großen Bedarf an Zuwendung und Geborgenheit im realen Leben. Ein totes Baby ist das schlechteste Omen für den Träumer. Das Unterbewusstsein zeigt dem Betroffenen, dass er sich in seinem beruflichen oder sozialen Leben auf einem falschen Weg befindet und diesen ändern muss. Sehr gute Omen hingegen umfassen im Traumgeschehen eine leichte Geburt eines glücklichen und gesunden Babys. Ein laut schreiendes Baby deutet auf gute Neuigkeiten und neue Kontakte hin, die auf den Träumenden zukommen werden.

Eine weitere Deutungsmöglichkeit bezieht sich auf den Zustand des Betroffenen selbst. Die Symbolik des Babys kann ein Hinweis auf Dinge sein, die dem Träumenden im Säuglingsalter widerfahren sind. Außerdem kann das Symbol Baby als Unreife des Betroffenen gedeutet werden, der sich mit seinem kindlichen Selbst auseinandersetzen sollte.

Traumdeutung aus psychologischer Sicht

Ist eine andere Person im Traum schwanger, bezieht sich dieses Traumsymbol oft auf eine bestimmte Fähigkeit des Träumenden. Der Betroffene beobachtet sich selbst im Bereich seiner Persönlichkeit, die neue Fähigkeiten und Eigenschaften entwickelt. Somit wächst ein Teil seiner Persönlichkeit und die Möglichkeit, sich darin zu entfalten.

Träumt eine Frau von einem schwangeren Mann, repräsentiert dies den Wunsch, dass der Mann im realen Leben mehr Verantwortung übernehmen soll. Steht der Mann im Traum für ihren Partner kann dies zeigen, dass sich der Mann nicht binden oder sich nicht auf eine gemeinsame Beziehung festlegen kann oder möchte.

Traumdeutung aus spiritueller Sicht

Aus spiritueller Sicht umfasst das Traumsymbol Schwangerschaft eine längere Zeit des Wartens auf ein bestimmtes Ereignis. Der Träumende soll durch die Traumerfahrung lernen, geduldiger zu werden und nicht mehr zu überstürzt in seinen Forderungen oder Vorhaben zu agieren. Er soll auf die natürliche, vorherbestimmte Entwicklung seiner Lebensphase vertrauen und sich nicht selbst unter Druck setzen.

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