Inception – Nur ein Filmdrehbuch?

In seinem clever verschachtelten Thriller „Inception“ aus dem Jahr 2010 geht Batman-Regisseur Christopher Nolan der Echtheit der Realität auf die Spur. Mit einem hochkarätigen Staraufgebot, wie Leonardo DiCaprio, Tom Hardy und Ellen Page sowie einer bildstarken Story, wird der Zuschauer in die verschiedenen Ebenen des Traums entführt. Der luzide Traum, auch Klartraum genannt, spielt eine bedeutende Rolle und zieht sich als roter Faden durch den gesamten Filmverlauf. Der Klartraum und damit das bewusste Eintauchen und Steuern der eigenen Traumwelt ist es, was die Filmfiguren vor die Frage stellt: Was ist die Realität und was ist ein Traum?

Zur Handlung

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein begnadeter Dieb auf dem Gebiet der Extraktion, einer kunstvollen und gefährlichen Form des Diebstahls, bei dem Cobb auf der Traumebene wichtige Gedanken und Informationen aus dem Unterbewusstsein, wenn der Verstand am verwundbarsten ist, des Jeweiligen stiehlt. Mit Hilfe hochwirkender Narkotika und angeschlossen an einer speziellen Maschine, kann Cobb jederzeit in die verschiedenen Ebenen der Traumwelt versinken und geheime Daten aus dem Verstand der Menschen extrahieren. Trotz des Erfolges im Traumdiebstahl ist es gleichzeitig ein Fluch für Cobb, der auf eine schlimme Vergangenheit zurückblickt, auf der ganzen Welt wegen Mordes gesucht wird und gleichzeitig seine Kinder und Frau verloren hat.

Durch seine seltene Begabung ist Cobb im heimtückischen Gebiet der Industriespionage gefragt. Ein letzter Auftrag von Geschäftsmann Saito (Ken Watanabe) bietet ihm die Chance, sein Leben wieder in rechte Bahnen zu leiten. Dafür muss Cobb das Unmögliche schaffen: Inception. Statt der Extraktion – der Diebstahl von wichtigen Informationen aus dem Verstand des Jeweiligen – müssen Cobb und sein Team von Spezialisten einen Gedanken in das Gedächtnis von Firmenerbe Robert Fischer Jr. (Cilian Murphy) einpflanzen. Er soll das Imperium seines Vaters – Saitos Gegenspieler – zerschlagen anstatt es weiter wachsen zu lassen.

Wie kann man die eigenen Träume bewusst gestalten?

Erstmals wird die Thematik des luziden Traumes durch „Inception“ einer breiten Öffentlichkeit von Zuschauern präsentiert. Dabei handelt es sich nicht um eine Erfindung Hollywoods, sondern Klarträume sind ein wissenschaftlich bewiesenes Phänomen, welches jeder erlernen kann.

Damit Nolans „Inception“ in der Wirklichkeit möglich ist, muss zunächst eine Voraussetzung geschaffen werden. Um Gedanken und Gefühle im luziden Traum zu lenken und gestalten zu können, muss die träumende Person erkennen, wann sie träumt. Um den Klartraum als solchen in der REM-Phase zu erkennen, ist es wichtig, seine persönlichen Traumsignale zu kennen. Träume zeichnen sich durch unrealistische Geschehen aus: so zum Beispiel können Autos plötzlich fliegen, Personen im eigenen Umfeld verhalten sich anders als sonst und bekannte Orte können in veränderter Form auftauchen.

Während des Traums erscheinen dieses Dinge vollkommen normal, erst beim Aufwachen realisiert die betroffene Person, dass es sich um einen Traum handelte und dass man sich nun wieder in der Wirklichkeit befindet. Anders ist das bei Dom Cobbs Ehefrau – gespielt von Marion Cotillard. Beide verbringen insgesamt 50 Jahre in ihrer eigenen geschaffenen und tiefen Traumwelt, in der sie zusammen mit ihren Kindern leben. Um aus diesem Stadium zu entkommen und somit aufzuwachen, pflanzt Cobb ihr bewusst den Gedanken in den Verstand, dass die Welt, in der sie sich befindet, nicht real ist. Der einzige Weg, wieder in die Wirklichkeit zu gelangen, ist der Tod. Durch Selbstmord erwachen Beide wieder in der Realität, doch Cobbs Ehefrau bleibt durch das Inception in der Vorstellung, dass die Welt um sie herum eine Schaffung ihres Unterbewusstseins und daher nicht real ist, und dass sie sich erneut umbringen müsste, um in die Wirklichkeit zurück zu kommen.

Der Mensch erkennt in jedem Fall, dass die geträumten Erlebnisse nach dem Aufwachen keinen Sinn mehr ergeben und er sich somit wieder in der Realität befindet. Um schon während des Traums bereits zu erkennen, welche Ereignisse, Schauplätze und Gegenstände lediglich eine unterbewusste Kreation sind, muss man lernen, Traumsignale in der Tiefschlafphase bewusst wahrzunehmen, um ab diesem Zeitpunkt bewusst die Kontrolle zu übernehmen.

Das Werkzeug zur Identifikation von Traumsignalen – Das Traumtagebuch

Sollten Träume nicht besonders intensiv oder prägnant sein und sich nicht regelmäßig wiederholen, bleiben diese nächtlichen Erlebnisse nicht im Gedächtnis des menschlichen Gehirns, sondern werden wenige Sekunden nach dem Aufwachen vergessen. Begründet wird dies dadurch, dass einerseits bereits kurz nach dem Übergang in den Wachzustand neue Gedanken entstehen und dass diese die Erinnerung an den Traum „überschreiben“, insbesondere je mehr Zeit vergeht. Andererseits besitzt das Unterbewusstsein einen Mechanismus, der dafür sorgt, dass Träume nicht im Bewusstsein bestehen bleiben, sondern dass sie schnell vom Menschen vergessen werden.

Dies wirft die Schwierigkeit auf, dass man sich nicht an luzide Träume erinnern kann, obwohl man sie in der REM-Phase erlebt hat. Aus diesem Grund raten zahlreiche Schlafforscher und Psychologen zur Führung eines Traumtagebuches. Zahlreich werden auch der Laptop, PC oder das Diktiergerät zum Erfassen der eigenen Notizen genutzt. Durch das langfristige Aufschreiben der Traumerfahrungen nach dem morgendlichen Aufwachen wird das Gedächtnis und Bewusstsein trainiert, sich besser an die Erlebnisse im Traum zu erinnern. Mehr Informationen darüber, wie sich ein Traumtagebuch führt und was man dabei beachten sollte, findet man online in der Kategorie „Traumtagebuch“.

Können Gedanken im Schlaf wie bei „Inception“ manipuliert werden?

Christopher Nolans imposanter Kinoerfolg „Inception“, wirft die spannende Frage auf, ob es in der heutigen Zeit wirklich möglich ist, Gedanken und Gefühle des Träumenden tatsächlich zu manipulieren. Wenn der Mensch aufwacht, kann er noch immer richtig benommen von den erlebten Ereignissen im Traum sein. Ein Traum kann sogar so real erscheinen, dass der Träumende aus Angst davor mitten in der Nacht aufwacht. Träume haben die Macht, die menschlichen Gedanken und Gefühle nicht nur zu beeinflussen, sondern sie darüber hinaus sogar zu dominieren. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, eigene Lebensbereiche bewusst zum Positiven zu verändern, Ängste und Zweifel zu bewältigen und sogar schlafend Sprachen oder eine bestimmte Kampfsportart zu erlernen.

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