Traumdeutung: Mord

Träume, in denen wir andere ermorden, sind ebenso beängstigend wie Träume, in denen wir ermordet werden. Tatsächlich deuten Mordträume in der Traumdeutung auf starke Konflikte und Ängste, die der Träumende jedoch leugnet oder aber für die er keine Lösung sieht. 

Unerwünschte Emotionen, wie sie sich im Mordtraum ausdrücken, wollen viele Menschen nicht wahrhaben. Der Traum aber fordert dazu auf, sich intensiv damit zu befassen. Wer sich im übertragenen Sinn eingeengt, erschlagen erdrückt oder unterdrückt fühlt oder wer einem anderen auf eine Weise begegnet, die derartige Gefühle in ihm auslösen, wird durch den Traum zu einer Verhaltenskorrektur aufgefordert. Diese kann darin bestehen, den Peiniger – der keine Person sein muss – ausfindig zu machen; sie kann andererseits darin bestehen, vom eigenen „mörderischen“ Verhalten abzulassen. 

Zunächst einmal ist es also wichtig, den Traum genau zu analysieren: Welche Personen spielen darin eine Rolle? Wie wurde die Person ermordet? Welche unterdrückten Gefühle spiegeln sich darin wider? Besteht in der aktuellen Lebenssituation die Gefahr, dass ein Konflikt zu unbedachten Handlungen führt? Dabei wird es sich in der Regel nicht um einen echten Mord handeln – wohl aber um eine Situation, die mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist.

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Mord im Traum: Ein Beispiel

Im Traum sieht Lisa einen früheren Lehrer, von dem sie sich in ihrer Schulzeit oft ungerecht behandelt fühlte. Sie sitzt allein an einem Tisch und schreibt etwas in ihr Heft, der Lehrer kommt zu ihr, lacht sie aus und streicht mit einem Rotstift quer über die gesamte Seite. Gleichzeitig verwandelt sich der Füller, den Lisa in der Hand hält, in ein Messer. In großer Wut sticht sie damit auf den Lehrer ein. Sie erwacht und fühlt sich ebenso ratlos wie schockiert. Wozu ist sie fähig?

Unterdrückte Gefühle bahnen sich ihren Weg

In Lisas Traum ist es die Erinnerung an eine demütigende Erfahrung, die den Mord auslöst. Der Traum kann sie darauf verweisen, dass sie diese Erfahrung noch nicht ausreichend verarbeitet hat. Ebenso kann der Schluss naheliegen, dass Lisa sich aktuell in einer Situation befindet, in der sich diese Erfahrung wiederholt. 

Die Person des Lehrers steht dann für eine andere Person, die ein ähnliches Verhalten zeigt. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Person, der gegenüber Lisa sich unterlegen fühlt, sodass sie Wut und Aggression nicht zu zeigen wagt. 

Der Traum zeigt ihr deutlich, dass sie dennoch einen Weg finden muss, sich ihren Emotionen zu stellen und diese zu äußern, damit es nicht zu einem unkontrollierten Gefühlsausbruch kommt. An die Stelle von Unterdrückung und Konfliktvermeidung müssen besonnenes Handeln und eine Deutung des Traumes treten, die Lisa hilft, den Motiven ihres Traumes auf die Spur zu kommen.

Opfer oder Täter? Ihre individuelle Traumdeutung des Mord-Traumes

Dabei müssen Motive und Ursachen für den Mord im Traum nicht unbedingt in anderen Personen aus der Umgebung zu suchen sein. Auch das eigene Verhalten, die eigene charakterliche Konstitution kann dazu führen, dass wir Teile unserer Persönlichkeit abspalten oder nicht wahrhaben wollen. Ein allzu strenges Über-Ich, das uns in unserer Lebendigkeit behindert, kann mit starken Autoaggressionen verbunden sein. 

Haben Sie von einem Mord geträumt, verdeutlichen Sie sich zunächst, dass es sich dabei in der Regel nicht um einen prophetischen Traum handelt, der einen realen Wunsch oder eine Gefahr vorausdeutet. Versuchen Sie den Konflikt, der sich in dem Traum ausdrückt, möglichst klar zu erfassen. Wenn Sie selbst ermordet wurden:

* Konnten Sie den Täter erkennen und benennen? Wofür steht diese Person in Ihrem Leben?
* Wurden Sie gewürgt, erdrückt, erschlagen, erstochen? Und wie lässt sich diese Todesart symbolisch auf Ihre aktuelle Lebenssituation übertragen?

Wurden Sie im Traum selbst zum Mörder, dann befassen Sie sich intensiv mit den zugrunde liegenden Emotionen und Ursachen.

* Was waren die Motive für den Mord?
* Waren Sie verängstigt oder neidisch, wollten Sie etwas oder jemand aus der Welt schaffen und sahen keine andere Lösung? Mussten Sie sich wehren?

Sehr häufig sind Mord-Träume von ambivalenten Gefühlen begleitet. Und regelmäßig ist der Täter zugleich Opfer. Eines aber ist gewiss: Stellen Sie sich den inneren Konflikten, auf die der Mord-Traum Sie verweist, werden Sie auch einen Weg finden, damit umzugehen. Und sei es „nur“ den, zu lernen, mit starken ambivalenten Gefühlen zu leben, statt sie unterdrücken zu wollen.

FAQ

Was sollten Sie tun wenn Sie im Traum jemanden ermorden?

Zunächst einmal nicht in Panik verfallen. Diese Träume sind alles andere als selten und bedeuten nicht, dass Sie zum Mörder mutieren. Sie sollten so einen Traum allerdings ernst nehmen und sich damit befassen. Lesen Sie hier auf Talamo weiter, was der Traum genau bedeutet und wie Sie nun vorgehen sollten.

Was ist wenn Sie im Traum selbst Opfer wurden?

Auch wenn Sie dabei den Täter oder die Täterin gar nicht kannten oder erkannten, sollten Sie einen solchen Traum ernst nehmen. Er drückt nämlich aus, dass Sie sich von irgendetwas erdrückt oder bedroht fühlen. Das muss nicht zwangsläufig die Person sein, die Sie ermordet hat, sondern kann auch eine komplett andere Person, eine Lebenssituation, oder ähnliches sein.

Welche Fragen sollten Sie sich stellen wenn Sie im Traum gemordet haben?

Kannten Sie die Person, die ermordet wurde oder war es eine unbekannte oder „gesichtslose“ Person? Welches Motiv ging voraus und in welcher Situation passierte der Mord? Mussten Sie sich wehren oder war es vielmehr „kaltblütig“? Diese Fragen sind wichtig um die Hintergründe für einen solchen Traum herauszufinden.

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