Nostradamus – der Begründer der Prophezeiungen

Michel de Nostredame wurde am 14. Dezember 1503 im französischen St. Remy in der französischen Provence geboren und war ein hochintelligenter Sohn eines jüdischen Notars. Er erlangte durch seine Prophezeiungen sowohl in der damaligen als auch in der heutigen Zeit große Bedeutung. Neben seiner Berufung als Arzt und Apotheker sah der Franzose seine Aufgaben hauptsächlich in der Astrologie. Nicht nur im 21. Jahrhundert, sondern bereits zu seinen Lebzeiten machten ihn seine prophetischen und dramatischen Gedichte zum Weltuntergang – die sogenannten Centurien – berühmt.

Die beruflichen Gesichter des Nostradamus

Nostradamus fand seine Berufung in den verschiedensten Bereichen wie Medizin, Pharmazie und Astrologie. Bis heute ist unklar, ob Nostradamus sein Medizinstudium abgeschlossen hat. Den Dokumenten des Kanzlers der Universität Montpellier zufolge wurde dem Franzosen das Studienabschluss verwehrt. Nostradamus galt zum damaligen Zeitpunkt als Apotheker, weshalb er kein Medizinstudium mehr aufnehmen durfte. Als Apotheker stellte er Pharmazeutika, Kosmetika und Konfitüren her. Nostradamus Neugierde half seiner Karriere und er wurde „Pest-Arzt“. Er entwickelte eine Rezeptur, die sich als verblüffend wirksam gegen die Krankheit erwies. Obwohl er wiederholt gegen die immer wieder auftretende Seuche im Einsatz war, erkrankte er selbst nie daran.

Nostradamus bezeichnete sich in seiner Berufung als Astrologe selbst als „Sternenfreund“. Historiker sind sich uneinig über den genauen Ort seines Astrologie-Studiums. Durch die im Jahr 1520 ausgebrochene Pest konnte er weder an der Universität von Avignon das Fach studiert haben noch an der Universität Montpellier, die er 1529 verlassen musste. Als Astrologe bestand seine tägliche Aufgabe darin, Horoskope zu erstellen. Die Informationen für seine Weissagungen entnahm Nostradamus den Planetenpositionen der sogenannten Ephemeriden. Diese waren Tafelwerke und Tabellen, die die Positionen sich bewegender astronomischer Objekte enthielten und in konstanten Zeitabständen gemessen wurden. Die Ephemeriden umfassen in ihren Objekten hauptsächlich Sonne, Mond, Planeten, Kometen sowie Fixsterne.

Die Träume als Schlüssel zu Prophezeiungen

Den Aufzeichnungen von Nostradamus zufolge erschienen ihm seine Prophezeiungen und Visionen hauptsächlich im Schlaf. Träume waren zur Zeit des 16. Jahrhunderts für alle Menschen durch ihre Symbolik und Bilder ein Rätsel, deren Bedeutung es zu entschlüsseln galt. Diese Traumdeutung zu Wahrsagezwecken ist unter dem griechischen Begriff Oneiromantie bekannt. Zur Zeit des Nostradamus war im kulturellen Hintergrund die Vorstellung verankert, dass die Träume gleichzeitig Prophezeiungen über zukünftige Ereignisse seien. In ihren berühmten Klassikern befassten sich bereits die griechischen Philosophen Aristoteles und Platon mit Traumdeutungen und versuchten daraus Weissagungen zu entwickeln. Später veröffentlichte der römische Politiker und Philosoph Cicero daneben die Schrift „De Divinatione“, in der er sich ebenfalls intensiv mit der Traumdeutung befasste.

Die Prophezeiungen, die ihn berühmt machten

Im Jahre 1550 – drei Jahre nach seiner Eheschließung – begann Nostradamus neben den Centurien mit der Veröffentlichung der Almanache. Auch als Jahrbuch bekannt war dies eine periodische, meist einmal im Jahr erscheinende Schrift zu einem thematisch abgegrenzten Fachgebiet und diente hauptsächlich als Nachschlagewerk für bevorstehende Ereignisse.

Die Prophezeiungen und Visionen erschienen Nostradamus hauptsächlich in seinen Träumen. In genau 924 Vierzeilern erfasste Nostradamus auf diesem Weg die Ereignisse bis zum Jahr 3797. Der Arbeitsort des Astrologen lag in seinem zum Observatorium ausgebauten Dachstuhl in Salon-de-Provence. Seine „wahren Prophezeiungen des Magisters Nostradamus“ hat er in der Hundertschaft zu „Centurien“ zusammengestellt. In einer kurzen Ausführung seiner Centurien soll 2013 das sogenannte „Jahr der Not“ anbrechen. Es würde einhergehen mit einer globalen, nicht näher erläuterten Vergiftung der Ackerflächen, Weidefelder und Wiesen. Von einem bestimmten Punkt in der Welt aus würden außerdem interkontinentale Raketen abgefeuert werden, die ein lang bestehendes und sich stetig weiter verschärfendes Konfliktpotenzial zum Ausbruch bringen würden.

Die typischen Merkmale der Prophezeiungen

Charakteristisch für die Prophezeiungen ist das fast vollständige Fehlen von konkreten Zeitangaben und Namen. Nostradamus bediente sich hauptsächlich der metaphorischen Sprache. Oftmals waren die Sätze unvollständig und wurden in der altfranzösischen, deutschen, lateinischen und in anderen Sprachen verfasst, um die dramatischen Visionen auszudrücken. Die Prophezeiungen bleiben durch die prophetischen Verschachtelungen und das Fehlen von wichtigen Informationen bis in die heutige Zeit rätselhaft und lassen dadurch weiterhin großen Interpretationsspielraum offen. „Die Verse sind so unklar, dass man vieles hineininterpretieren kann, ähnlich wie bei Horoskopen auch“, erklärt der Historiker und Nostradamus-Experte Jörg Dendl. Erfahrene Historiker sind sich darüber einig, dass Nostradamus die Chronologie in seinen Schriften bewusst durcheinander gebracht hat. Grund dafür sei die Angst gewesen, wegen seiner vorhersagenden Fähigkeiten verfolgt zu werden. „Es scheint aber einen bestimmten mathematischen Schlüssel zu geben, um die Vorhersagen wieder in die richtige Reihenfolge bringen zu können“, erklärt Dendl weiter. Die Entschlüsselung des Codes sei allerdings noch nicht gelungen.

Nostradamus im 21. Jahrhundert

Die düsteren Prophezeiungen des Franzosen faszinieren und ängstigen die Menschen seit Generationen. Die Anhänger des Nostradamus glauben bis heute, dass er zahlreiche Katastrophen, angefangen bei dem Londoner Brand von 1666 bis zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA, vorhersagte. Die Ambition, solche Prophezeiungen zu machen, liege laut Nostradamus-Experte Jörg Dendl darin begründet, dass sich der französische Astrologe selbst dazu berufen sah. Die katastrophalen Prophezeiungen, die bis in das Jahr 3797 reichen, könnten den Menschen die Angst vor einem kommenden Weltuntergang genommen haben. Im 16. Jahrhundert suchten mehrere Pestepidemien die Bevölkerung Europas heim. Deswegen und aufgrund der Kriege und des Einfalls der Türken in Europa waren zahlreiche Menschen vom baldigen Untergang der Welt überzeugt.

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