Traumdeutung: Ratte

Ein wichtiges Grundthema, das Ratten in der Traumdeutung symbolisieren, betrifft das richtige Maß an Vertrauen und Misstrauen, mit dem wir uns selbst und anderen begegnen.

Die Ratte wird als Krankheitsüberträger gefürchtet. Doch handelt es sich gleichzeitig um ein sehr intelligentes und geselliges Tier, das als Hausratte auf liebevolle Zuwendung mit großer Anhänglichkeit reagiert. So provoziert sie ambivalente Gefühle und zeigt als Traumsymbol auch Ambivalenzen auf:

Einerseits warnt sie uns vor möglichen Gefahren und Misserfolgen, vor nagenden Selbstzweifeln und Verunsicherung. Andererseits mahnt sie uns, unseren Instinkten zu trauen und uns nicht von Zweifeln, Ängsten, Misstrauen oder – genau gegenteilig – zu übertriebener Risikobereitschaft leiten zu lassen. 

Letztlich sind für die Deutung des Traumes jedoch auch der Raum, in dem er sich ereignet, und die Personen oder Gegenstände, die darin eine weitere Rolle spielen, wichtig. Tauchen beispielsweise Freunde oder Kollegen auf, so kann die Ratte uns warnen, dass wir diesen zu sehr oder auch zu wenig vertrauen. Auch die Farbe und der Ausgang des Traumes sind für die Deutung entscheidend. Weiße Ratten werden im Allgemeinen als positive Traumsymbole gedeutet, sie deuten auf erfolgreiches Gelingen. Konnte die Ratte gefangen werden oder verhielt sie sich nicht aggressiv, so ist dies ebenfalls ein Symbol für einen glücklichen Ausgang bzw. für die Mobilisierung hilfreicher Kräfte zur Lösung eines aktuellen Problems. Schon das Sehen der Ratte im Traum lässt sich daher positiv deuten; die Leugnung eines Problems, das darin thematisiert wird, würde dagegen einen ganzen Rattenschwanz an weiteren Problemen nach sich ziehen.

Die Ratte im Traum: Ein Beispiel

Am Abend vor einem Bewerbungsgespräch geht Lisa besonders früh schlafen, um am nächsten Tag ausgeruht daran teilnehmen zu können. Doch die ganze Nacht plagen sie Albträume. Besonders ein Traumbild geht ihr am folgenden Tag nicht aus dem Kopf: Sie sieht sich selbst in einer Art Labor umgeben von weißen Ratten, die an ihren Füßen schnuppern. Obwohl die Ratten ihr nichts antun, ist sie wie gelähmt, wagt nicht, sich zu bewegen oder um Hilfe zu rufen. Am nächsten Morgen empfindet sie eine Mischung aus Ekel und Faszination. Doch was bedeutet ihr Traum?

Nagende Selbstzweifel überwinden

Der Zusammenhang zwischen einer Ratte, die im Traum erscheint, und den Themenkomplexen Vertrauen/Misstrauen/Selbstzweifel erweist sich auch für Lisas Traum als nachvollziehbar, betrachtet man ihre aktuelle Situation. 

Das Labor, in dem sie sich befindet, deutet darauf, dass sie das anstehende Bewerbungsgespräch wie ein Experiment oder eine Prüfung betrachtet, dem bzw. der sie mit vielen Selbstzweifeln entgegensieht. Doch das, was sich in großer Zahl einstellt und an ihr nagt, erweist sich bei näherem Hinsehen als ungefährlich und bezähmbar. 

Dennoch besteht die Gefahr, dass ihre Selbstzweifel sie so sehr lähmen, dass sie im Bewerbungsgespräch keinen Ton herausbringt. Statt also ihren Selbstzweifeln Raum zu geben, sollte sie sich auf ihr Können und ihre Befähigung konzentrieren und die Ratten als das erkennen, was sie wirklich sind: kleine intelligente Tiere, die ihr helfen werden, die richtigen Instinkte und Kräfte zu mobilisieren.

Ihre individuelle Deutung vom Ratten-Traum

Viele Menschen empfinden Ekel und Abscheu vor Ratten. Dies sind instinktiv ausgelöste Empfindungen, die von der jahrhundertelang überlieferten Vorstellung bestimmt werden, dass Ratten ein Feind des Menschen sind und Krankheiten übertragen. Träumen Sie gelegentlich oder häufig von Ratten, sollten Sie sich daher fragen, welches Ereignis oder welche Person in Ihnen instinktive Gefühle des Misstrauens auslöst. Fürchten Sie den Verrat durch andere, fürchten Sie sich vor Krankheiten oder instabilen Lebenssituationen? Misstrauen Sie Menschen in Ihrer Umgebung oder hegen Sie große Zweifel an sich selbst? Nagt ein unbewusster Kummer an Ihnen? Enthält Ihr Traum tatsächlich eine Warnung oder will er Sie stattdessen mit der Gewissheit versehen, dass Ihnen die Ratten nichts (mehr) anhaben können? 

Um die Deutung weiter zu konkretisieren, können Sie sich zudem die folgenden Fragen stellen:

• In welchem Bereich meines Lebens quält mich starkes Misstrauen?
• Welche Gegenstände oder Personen im Traum waren noch wichtig?
• In welchem Raum fanden die Traumereignisse statt?

Über Ratten kursieren viele Horrorgeschichten. Letztlich sollten wir uns aber darüber im Klaren sein, dass kein Tier und – auf der symbolischen Ebene betrachtet – kein Instinkt oder Trieb unser Feind ist, solange wir ihm mit Achtung und dem Vertrauen in unsere Kräfte begegnen.

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