Starre und Bewegungsunfähigkeit im Schlaf

Die Bewegungslosigkeit während des Schlafs wird Schlafstarre, Schlaflähmung oder Schlafparalyse genannt und führt zu einer fast vollständigen Bewegungsunfähigkeit des Körpers während der Traumphasen. Dieser ganz natürliche Vorgang verhindert, dass der Träumende die im Traum erlebten Bewegungen in der Realität ausführt. Ausgenommen von dieser Starre ist die Augen- und Atemmuskulatur. Genau deshalb wir die Schlafphase, in der Träume auftreten, REM-Phase (Rapid Eye Movement) genannt. Die Schlaflähmung hört in der Regel direkt nach dem Aufwachen von selbst auf und kann zusätzlich durch körperliche Berührung unterbrochen werden.

Begriffserklärung: REM-Phase

Diese Starre kommt allerdings nur in der REM-Phase vor. In leichteren Schlafphasen kann es daher durchaus zum Herumwälzen, Ausschlagen oder sogar Sprechen sowie in schlimmeren Fällen zum Schlafwandel kommen. Die REM-Phase wurde im Jahre 1953 vom amerikanischen Schlafforscher Eugene Aserinsky und dessen Professor Nathaniel Kleitman an der Universität Chicago entdeckt. Aserinsky fand heraus, dass diese Phase bei einem erwachsenen Menschen ca. 20 % – 25 % des Schlafes einnimmt. Zusätzlich kam er zu der Erkenntnis, dass das Auftreten dieser Phase zum Ende der Nacht hin zunimmt. In der REM-Phase finden die meisten Träume statt. Zunächst war Aserinsky der Meinung, nur in der REM-Phase könnten Menschen träumen, was 1960 jedoch widerlegt wurde. Allerdings haben die Träume in diesen Non-REM-Phasen eine weniger wichtige Bedeutung für den Träumenden und können durchaus banal sein. Experten bezeichnen die Zeit zwischen dem Einschlafen und dem Beginn der ersten REM-Phase als REM-Latenz oder als „Sleep on set REM“. Diese Phase dauert bei Erwachsenen in der Regel 90 Minuten (plus-minus 30 Minuten). Tritt der erste REM-Schlaf allerdings bereits nach 25 Minuten nach dem Einschlafen ein, sprechen Schlafforscher von einem vorzeitigen REM-Schlaf.

Schlafstarre nach dem Erwachen

Bisher berichteten nur wenige Personen von der Schlafstarre nach dem plötzlichen Erwachen. Diese Menschen reagierten oft mit Panik, da sie für einige wenige Sekunden ihren Körper nicht bewegen konnten. Viele Menschen haben dann das Gefühl zu ersticken, da sie ihre Atmung nicht spüren können und versuchen krampfhaft, Finger oder Zehen zu bewegen, um sich aus dieser Situation zu befreien. Allerdings besteht dazu kein Grund, da sich die Starre innerhalb kurzer Zeit auflöst und keine Schäden hinterlässt. Meistens hält diese Starre nicht länger als 2 Minuten an und viele Menschen schlafen danach sogar sofort wieder ein. Sollten Sie sich einmal in einer ähnlichen Situation befinden, hilft tiefes Einatmen besser als der verzweifelte Versuch, sich zu bewegen. Man sollte dieser Erscheinung eher mit Interesse gegenüber stehen, denn mit etwas Übung lässt sich durch den schlafenden Körper und dem wachen Bewusstsein ein Klartraum herbeiführen. Bei einigen Menschen führte dies zu einer Art Überschneidung von Traum und Realität und sie konnten gleichzeitig sowohl ihren physischen als auch ihren Traumkörper spüren. Es ist allerdings auch schon vorgekommen, dass Menschen nur träumen, sie würden eine Schlafparalyse erleben. Sie träumten, sie könnten sich nicht bewegen und meinten dann, sie seien in der Schlafstarre, jedoch spiegelt dies nur die eigenen Ängste dieser Situation wider.

Bewusstes Herbeiführen eines Klartraumes

Viele Menschen erleben regelmäßig eine Schlafparalyse und haben gelernt, mit dieser umzugehen und außerkörperliche Erfahrungen herbeizuführen. Die Menschen haben das Gefühl, ihren Körper völlig hinter sich zu lassen und mit einem zweiten immateriellen Körper die Welt um sie herum erkunden zu können. Beim bewussten Herbeiführen von Klarträumen kommt es zu verschiedenen Traumsequenzen. Dieses Einleiten wird als WILD-Technik bezeichnet, bei der sich der Körper in einem Schlafzustand befindet, währenddessen der Geist jedoch konzentriert bleibt.

Schlaflähmungen bei Narkolepsie

Patienten, die an Narkolepsie leiden – auch als Schlafkrankheit oder Schlummersucht bekannt – können plötzlich einfach einschlafen. Die Narkolepsie gilt jedoch als relativ seltene neurologische Erkrankung. Allerdings leiden rund 40 % – 50 % der Betroffenen auch unter häufig auftretenden Schlaflähmungen. Dies hat vor allem den Grund, dass die Schlaf-Wach-Regulation bei diesen Patienten komplett gestört ist. Dadurch kann die eigentlich an die Schlafphasen gebundene Schlafparalyse auch beim Übergang vom Wachsein zum Schlafen sowie beim Übergang vom Schlafzustand zum Wachzustand auftreten. Allgemein kann die Schlaflähmung bei ca. 6 % der Bevölkerung einmal im Leben auftreten. Zusätzlich ist die Schlafparalyse keine seltene Erscheinung. Eine Studie einiger Schlafforscher hat ergeben, dass rund 25 % der Befragten bereits einmal in ihrem Leben eine Schlaflähmung aktiv miterlebt haben.

Du möchtest besser schlafen und Schlafstörungen beseitigen?

Melde dich zum kostenfreien Newsletter an und erhalte das E-Book "BESSER SCHLAFEN: Praktische Tipps um besser zu schlafen und Schlafstörungen zu beseitigen".
Powered by