Tagträume

Fast jeder Mensch hat sie mehrmals täglich: Tagträume. Sicherlich haben auch Sie sich schon häufig beim Tagträumen erwischt. Sehr oft ist man beschäftigt und plötzlich schweifen unbemerkt die Gedanken ab. Meistens vergeht einige Zeit bis man überhaupt erst bewusst feststellt, dass man nicht mehr bei der Sache ist.

Tagträume bringen einige Nachteile mit sich: Man konzentriert sich nicht mehr auf das Wichtige, sondern träumt einfach so vor sich hin. Manche Traumexperten meinen sogar, dass Menschen eher dazu neigen unglücklich zu sein, wenn sie nicht ganz bei der Sache sind – also Tagträumen.

Jonathan Schooler, Professor für Psychologie an der University of California in Santa Barbara, kann Tagträumen aber auch etwas positives abgewinnen: Er ist der Meinung, dass das Gehirn bei weniger anspruchsvollen Aufgaben auf „wichtigere“ Gedanken, die uns beschäftigen „sollten“, umschaltet. Schooler sieht die Tagträumerei außerdem als eine Möglichkeit zur Erholung, wenn das Gehirn eine Pause braucht.

Die Entstehung von Tagträumen

Über die Entstehung von Tagträumen sind sich Wissenschaftler heutzutage vielfach einig. Schooler beispielsweise sagt, es gäbe ein Netzwerk von Gehirnarealen, das von Traumwissenschaftlern „Default Network“ genannt wird und immer dann aktiv ist, wenn wir gerade keiner Tätigkeit nachgehen. Das bedeutet, dass das Gehirn sogar dann aktiv ist, wenn es eigentlich nichts zu tun hat. Alle Säugetiere verfügen über ein derartiges Netzwerk und somit über die Basis für Tagträume.

Tagträume und Kreativität

Tagträumen und Kreativität hängen sehr oft zusammen: Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit- beziehungsweise Hyperaktvitätsstörungen, die sehr viel Tagträumen, haben oftmals äußerst kreative Lösungen für komplizierte Aufgaben parat. Als Schlussfolgerung kann man daraus lernen, sich einer geistig weniger anspruchsvollen Tätigkeit zu widmen, wenn man bei einer Aufgabe keine Lösung findet.

Tagträumen im Alter

Ältere Menschen haben in der Regel weniger oft Tagträume als junge Menschen. Dies liegt daran, dass die kognitive Kapazität im Alter zurückgeht und somit Aufgaben, die für junge Menschen einfach zu bewältigen sind, für ältere Menschen ein mehr Probleme bereiten können.

Tagträume „richtig“ einsetzen

Versuchen Sie, Ihre Tagträume bewusst einzusetzen und zu kontrollieren. Fragen Sie sich bei wichtigen Aufgaben immer wieder, ob Sie gerade abschweifen – also träumen – oder ob Sie noch bei der Sache sind. Gehen Sie voll und ganz in einer Tätigkeit auf und verweilen Sie im „Jetzt“. Den Gedanken freien Lauf lassen, also sich dem Tagträumen hingeben, sollten Sie am besten dann, wenn Sie gerade keiner anderen Aktivität nachgehen.

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