Träume bei den Maya

Vor allem durch den Mayakalender erfährt man besonders viel über die ehemalige Kultur Südamerikas. Doch die Maya beschäftigten sich nicht nur intensiv mit der Zeitrechnung, sondern schrieben auch Träumen eine große Bedeutung zu. Sie waren der Überzeugung, dass Träume eine Art Wegweiser und Weisheit sind.

Laut den Maya wird jeder Mensch mit zwei Seelen geboren: Eine dieser Seelen wird Uxlab genannt und bleibt bis zum Tod in unserem Körper. Die andere nennt sich Nagual. Diese Seele ist nicht mit dem Körper verbunden und schwebt frei – sowohl durch die reale menschliche Welt als auch durch die menschlichen Träume.

Träume waren ein großes Diskussionsthema bei den Maya und sollten mit der Gemeinschaft geteilt werden. Selbst die schlimmsten Albträume wurden der Gruppe erzählt und anschließend diskutiert, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Wie wichtig Träume für die Maya waren zeigt sich auch darin, dass dieses Volk sogar eine eigene Traumsprache entwickelt hat. Es gibt für die Traumdeutung spezielle Begriffe und Ausdrücke, die man in der Alltagssprache nicht verwendet.

Im Mayakultur gab es Menschen, denen eine besondere Gabe zugesprochen wurde. Diese Gabe wurde „Coyopa“ genannt: Durch diese Gabe war die Seele des Menschen besonders offen und galt als „erleuchtet“. Der Auserwählte konnte mit den Maya-Göttern in Kontakt treten und erhielt von ihnen Signale und Zeichen. Manche Menschen wurden mit dieser Gabe bereits geboren, andere entwickelten sie erst während ihres Lebens und so war es das Ziel eines jeden Maya, mit Klarheit und Erleuchtung zu träumen, damit ein Kontakt zwischen ihm und den Göttern entstehen konnte.

Die Maya entwickelten ein spezielles Ritual, um diesen Zustand zu erreichen: Sie tranken ungefähr eine Stunde nach dem Abendessen ein Glas warmes Wasser mit etwas Zitronensaft. Wenn sie dann zu Bett gingen, versuchten sie mit ruhiger und kontinuierlicher Atmung einzuschlafen. Außerdem bemühten sie sich, sich von ihren Gedanken völlig zu lösen und an nichts Bestimmtes zu denken. Kurz bevor das Bewusstsein dann tatsächlich „wegkippte“ stellten sie sich vor, sie wären Vögel und könnten in die Traumwelt fliegen.

Interessant ist auch, dass die Maya ihre Träume nicht anhand eines „Handbuches“ deuteten. Sie bezogen diese vielmehr auf die individuelle Person, die den Traum erlebt hatte und legten sich keine allgemein gültigen Muster zurecht.

Konnte eine Traumnachricht von den Göttern nicht entschlüsselt werden, bat der Träumende den Schamanen um Hilfe. Dieser vollzog ein Ritual, rief die Götter an und bat sie, den Traum nochmals herbeizuführen.

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