Träume in der Philosophie

Nicht nur in der Literatur nehmen Träume eine besondere Stellung ein. Auch in der Philosophie ist der Traum ein großes Thema, mit dem sich bereits die bedeutendsten Philosophen auseinander gesetzt haben. Doch um die Bedeutung des Traumes in der Philosophie zu verstehen, muss man sich zuerst etwas näher mit der Philosophie an sich beschäftigen.

Die Philosophie

Das Wort „Philosophie“ stammt aus dem griechischen und bedeutet wörtlich „Liebe zur Weisheit“. Die Philosophie beschäftigt sich generell damit, die Welt und die menschliche Existenz zu deuten und zu verstehen. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von anderen Wissenschaften, denn die Philosophie ist nicht auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt, sondern durch die verschiedenen Fragestellungen und ihre besondere Herangehensweise sehr vielfältig charakterisiert. Zusätzlich gibt es nicht nur eine Philosophie. Die Philosophie unterscheidet sich meist nach Kulturkreis. Neben der westlichen Philosophie gibt es nämlich auch die afrikanische, arabische, jüdische sowie östliche Philosophie. In diesem Artikel wird hauptsächlich die westliche, oder auch abendländische, Philosophie behandelt, da diese einen großen Einfluss auf unsere Gesellschaft hat.

Diese westliche Philosophie hat im Griechenland des 6. Jahrhunderts vor Christus ihren Ursprung. Diese Ursprungsphase der Philosophie wird auch antike Philosophie genannt. Zu dieser Zeit entfaltete sich das systematische und wissenschaftlich orientierte Denken. Viele große Denker und Philosophen legten in der antiken Philosophie die Grundsteine für unser heutiges Wissen. Über die Jahrhunderte hinweg ergaben sich zahlreiche Methoden und Disziplinen der Welterschließung der der Wissenschaften aus der Philosophie.
Die heutigen Kerngebiete der Philosophie sind die Logik, das bedeutet die Wissenschaft des folgerichtigen Denkens, die Ethik, die Wissenschaft des rechten Handelns sowie die Metaphysik, die als Wissenschaft der ersten Gründe des Seins und der Wirklichkeit gilt. Letzterem Gebiet wird auch das Thema „Traum“ in der Philosophie zugeordnet.

Die antike Philosophie

Wie bereits erwähnt hat die Philosophie ihren Ursprung in Griechenland im 6. Jahrhundert vor Christus. Die Merkmale der antiken Philosophie sind, dass immer neue Antworten auf Philosophie Grundfragen gefunden wurden. Im antiken Griechenland kam es durch kulturelle Fortschritte und dem verstärkten Kontakt mit anderen Kulturen zu einer starken Kritik an der damaligen Weltanschauung. Die Philosophen dieser Zeit werden Vorsokratiker genannt, da diese vor oder zu Lebzeiten des Sokrates lebten. Diese beschäftigten sich mit naturphilosophischen Fragen, die nach den Grundlagen der Welt bestimmt waren. Deren Wissen ist allerdings nur bruchstückhaft überliefert worden. Diese Philosophen versuchten, durch Beobachtung und teilweise auch Spekulation, die Natur und gewisse Vorgänge zu begreifen. Alle dieser Denker hatten das Ziel, alle Dinge auf eine Art „Urstoff“ zurückzuführen, aus dem die Welt und alles auf ihr bestünde. Der erste bekannte Philosoph, Thales von Milet, hatte das Wasser als solchen „Urstoff“ definiert. Auch Empedokles, der von 495 v. Chr. bis 435 v. Chr. lebte, beschäftige sich mit dieser Theorie und begründete die Lehre der vier Elemente Wasser, Feuer, Erde und Luft, aus denen alle Dinge bestünden. Der griechische Philosoph und Mathematiker Pythagoras (570 v. Chr. Bis 510 v. Chr.) ergründete eine Weltanschauung. Allerdings hielt er und seine Schule die Zahl für das alles bestimmende Prinzip.

Der Athener Sokrates (469 – 399 v. Chr.) wurde zum Leitbild der westlichen Philosophie. Allerdings hielt Sokrates selbst nichts schriftlich fest, sondern lies seinen Schüler Platon diese Arbeit übernehmen.
Diese Schriften beschäftigen sich hauptsächlich mit so genannten „Was ist“-Fragen, wie zum Beispiel „Was ist Tugend? Gerechtigkeit? Das Gute?“. Jedoch war auch Platon selbst ein großer Denker und begründete die Ideenslehre der Vorstellung einer zweigeteilten Wirklichkeit. Dieser Lehre nach führt das Wissen zu einem tiefgründigen Verständnis der gesamten Wirklichkeit. Platons Schüler war der ebenfalls äußerst bekannte griechische Philosoph Aristoteles, der 384 v. Chr. bis 322 v. Chr. lebte. Er gilt als Begründer der klassischen Logik, Wissenschaftssystematik sowie Wissenschaftstheorie und führte Grundbegriffe ein, die in der heutigen Philosophie immer noch gebräuchlich sind.

Metaphysik

Die Metaphysik bildet fast vollständig den Kern der gesamten Philosophie. In der Metaphysik wird die Wirklichkeit und deren sinnvollen Zusammenhang erforscht und analysiert. Sie stellt die Frage nach dem Sinn und Zweck allen Seins. Die Metaphysik wird in drei Teile unterteilt:

1. Existenz Gottes
2. Möglichkeit einer unsterblichen Selle und eines freien Willens, sowie Unterschied zwischen Geist und Materie
3. Ursache, Verfasstheit und Zweck des Universums.

Zu den wichtigsten Vertretern der Metaphysik gehören Platon, Aristoteles, Thomas von Aquim, Gottfried Wilhelm Leibniz sowie René Descartes.

René Descartes: Alles nur ein Traum?

Der Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler René Descartes lebte von 1596 bis 1650 und gilt als Begründer der modernen Philosophie. Sein Erstreben war es, die Philosophie genauso exakt und logisch zu gestalten wie die Mathematik. Descartes hatte in seiner Weltanschauung einen großen Zweifel: „Könnte nicht alles in der Welt und das eigene Bewusstsein eingeschlossen bloß ein Traum sein?“. Descartes hielt dies für wahrscheinlich. Allerdings machte er auch die Überlegung, dass, selbst wenn der Mensch nur träumt, bleibt etwas übrig, dass wir nicht mehr bestreiten können, nämlich dass wir träumen. Wenn der Mensch also denken kann, dass er träumt, dann denkt er – egal ob das Leben nur ein Traum ist oder eben nicht. Descartes erfand so seine berühmte Formel „Cogito ergo sum!“ („Ich denke, also bin ich!“).
Descartes wahr allerdings sehr wohl der Meinung, dass man feststellen kann, ob man träumt oder nicht. Dies begründet der Philosophie mit der These: Wenn der Mensch an allem zweifelt, kann er immer noch nicht daran zweifeln, dass er zweifelt – sonst würde er nicht zweifeln.

Des Weiteren geht Descartes davon aus, dass es zwei verschiedene „Substanzen“ gibt. Auf der einen Seite steht der Geist und auf der anderen die Materie. Alles in der Welt ist, laut Descartes, entweder der Geist oder die Materie, etwas Drittes gäbe es nicht – außer Gott selbst. Durch diese Gegenüberstellung spricht man von den Ideen Descartes auch von „Dualismus“.

Die moderne Philosophie

Zur modernen Philosophie zählt die Philosophie des 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwart. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Philosophie stark von der Fortschritts- und Wissenschaftsgläubigkeit geprägt. Dieses Bild hat sich durch die beiden Weltkriege ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stark verändert. Die Anhänger Rousseaus Ansicht „Der Mensch ist böse.“, bekamen durch Krieg und Atomwaffen wieder stärkere Geltung in der Philosophie. Die philosophischen Fragen wurden im 20. Jahrhundert ebenfalls durch die Konflikte zwischen dem Sowjetkommunismus und dem westlich-kapitalistischen Gesellschaftsformen sowie dem Kalten Krieg stark debattiert.

Die Philosophie der Gegenwart hat eine Weiterentwicklung erlebt, da sie klarere Begriffe von „Bestätigung“ und „Theorienreduktion“ schaffte. Zusätzlich hat die Sprache in der Philosophie seit Ende des 19. Jahrhunderts eine große Rolle eingenommen. Laut einiger moderner Philosophen sind daher der Meinung, die Philosophie behandle lediglich „Scheinprobleme“ und hat daher nur mit dem verstehen eigener „Sprachverwirrungen“ zu kämpfen. Viele Experten sind sogar der Ansicht, das Philosophieren sei keine erklärende, sondern eher eine therapeutische Tätigkeit. Zusätzlich existiert die feministische Philosophie seit dem 20. Jahrhundert, bei der meistens Frauen verschiedene Ansätze begründen, die sich mit der Frage nach der Zusammensetzung der natürlichen und soziokulturellen Differenz der Geschlechter in der Geschichte sowie in der Gegenwart und deren Auswirkung auf die Philosophie, Kunst, Wissenschaft, und die Situation der Frau in einer von Männern dominierten Welt beschäftigen. Die Grundlage dieser Philosophie besteht in der Untersuchung der historisch-philosophischen Konzepte von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“. Die wichtigsten Vertreter dieser philosophischen Richtung sind Simone de Beauvori, Julia Kristeva und Judith Butler. Letztere vertritt vor allem die Meinung, das Geschlecht sei lediglich gesellschaftlich und soziokulturell definiert und stellen keine naturgegebenen Absolutheiten dar. Dies bedeutet, dem Mensch wird eine „Maske“ verpasst, nach dessen Vorgaben und Richtlinien er zu leben hat. Der Mensch kann sich so nicht selbstständig entfalten.

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