Träume selbst richtig deuten

In Träumen setzt sich der Mensch unterbewusst mit seinen innersten Wünschen auseinander, mit denen er sein Leben gestalten möchte. Träume zeigen ihm nicht nur seine Ängste, Sorgen und Hoffnungen, sie können außerdem der Schlüssel für ungelöste Probleme und seelische Konflikte sein. Das menschliche Unterbewusstsein greift diese Konflikte in der nächtlichen Tiefschlafphase auf um sie zu verarbeiten. Die Probleme sind in Bildern und Symbolen verschlüsselt, die der Mensch in seiner Schlafphase erlebt. Mithilfe der professionellen Traumdeutung ist es möglich, die Symbolik zu entschlüsseln, um sich bewusst mit den gegenwärtigen inneren Konflikten auseinanderzusetzen.

Konflikte im Traum verstehen

Nach Meinung von Traumforschern wird im Traum ein ungelöster Widerspruch aufgeworfen, jedoch gleichzeitig eine Lösungsmöglichkeit angedeutet. Demnach wird in den nächtlichen Ereignissen nicht nur die innere Wirklichkeit in Bildern und Symbolen aufgegriffen, sondern gleichzeitig in ihrer verschlüsselten Symbolik eine Lösungsmöglichkeit angeboten. Die renommierte Psychoanalytikerin und Autorin Verena Kast betont in diesem Zusammenhang, dass Träume dem Menschen nicht nur zeigen, wer er sein möchte, sondern dass sie ihn zudem innerlich neu auf das Leben ausrichten.

Ein Traumlexikon reicht nicht aus

In der Traumdeutung reicht es nicht aus, in einem Traumlexikon die erlebten Symbole nachzuschlagen. Traumlexika beinhalten meist nur oberflächliche Symbolkategorien wie Wasser, Hund, Nachbar oder Haus. Es gibt allgemeine Prinzipien, die beim Deuten von Träumen zu beachten sind, die jedoch nicht in Lexika beschrieben werden. Traumsymbole müssen individuell, je nach Lebenssituation und Erfahrungen des Träumenden gedeutet werden.

Professionelle Traumdeutung und inwieweit sie helfen kann

Das Interesse an der Traumdeutung hat in den vergangenen Jahren immens zugenommen. Insbesondere der Bereich Esoterik befasst sich intensiv mit dem umfangreichen Spektrum der Symbolik im Traum.

Es gibt zahlreiche Traumdeuter, die professionelle Hilfestellung im Bereich der Klärung von Träumen geben. Nach Meinung des Psychologen Michael Schrendl, der im Schlaflabor am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim Träume erforscht, haben Traumdeuter nur eine beratende Funktion. Der Betroffene müsse demnach eigenständig eine Entschlüsselung der individuellen Symbole im Traum finden. Im Hinblick auf die gegenwärtige Lebenssituation muss er Ideen und Assoziationen zu den Motiven sammeln und sich fragen: Woher kenne ich diese Gefühle aus dem Wachleben? Welche Impulse geben sie mir?

Auf die richtige Literatur setzen

Beim Thema Traumdeutung gibt es eine große Auswahl an Literatur, in der ganz unterschiedliche Ansichten vertreten werden. Wenn man seine Träume auf diesem Weg deuten möchte, ist es zunächst empfehlenswert, einen glaubwürdigen Autor beziehungsweise Traumdeuter zu finden, mit dessen Ansichten man konform geht. Nur so wird eine notwendige Basis geschaffen, um Vertrauen mit der Deutung der Träume zu garantieren. In den Büchern werden die Bedeutungen der Traumsymbole aufgeführt und erklärt, wie sie in Hinblick auf die eigene Lebenssituation oder in Kombination miteinander zu interpretieren sind.

Das Traumtagebuch

Das Traumtagebuch ist nichts anderes als ein Tagebuch, in dem Sie jeden morgen gleich nach dem Aufwachen Ihre Träume festhalten. Wenn Sie erstmals ein Traumtagebuch führen, dann werden Sie vielleicht zu Beginn Probleme haben, sich an Ihre Träume zu erinnern. Sie werden aber sehen, dass sich Ihre Traumerinnerung im Laufe der Zeit wesentlich verbessern wird, wenn Sie jeden Morgen regelmäßig Ihre nächtlichen Träume schriftlich festhalten. Mit einem Ritual, das sich besonders bewährt hat, lässt sich die Traumerinnerung noch weiter steigern: Jeden Abend beim Einschlafen nehmen Sie sich ganz fest vor, dass Sie sich am Morgen an die nächtlichen Träume erinnern werden. Sie werden jetzt vielleicht nicht glauben, dass das wirklich funktioniert. Aber probieren Sie es einfach – Sie werden überrascht sein.

Folgendes Schema zur Traumanalyse hat sich in Kombination mit einem Traumtagebuch häufig bewährt:

Im ersten Schritt muss die Grundidee, die Handlung des Traumes niedergeschrieben werden. Anschließend geht es um die Einzelheiten des Traumgeschehens. Während sich der Betroffene zu Beginn der Traumdeutung nur schwer an die nächtlichen Erlebnisse erinnern kann, wird sich dies im Laufe der Zeit kontinuierlich verbessern. Die detaillierten Angaben umfassen den Ablauf, die Handlung, Personen, Objekte sowie Stimmungen, Gefühle und Ähnliches. Entscheidend ist es im dritten Schritt, die wichtigen Traumsymbole, Attribute, Metaphern und ähnliche codierte Informationen im Traum festzuhalten. Abhängig davon, wie sich der Betroffene während des Traums gefühlt hat, wird dieser in Kategorien wie Angst, Alltag, Hemmung, Verlegenheit, Wünsche oder körperbedingter Traum eingeordnet. Im weiteren Verlauf der Selbstanalyse helfen Fragen wie: Hatte man in der Vergangenheit bereits ähnliche Träume? Welche Erkenntnisse hat man damals daraus gezogen? Erst im letzten Schritt wird der Fokus auf die individuellen Besonderheiten des Traumes, die Beziehung zur gegenwärtigen Lebenssituation und der Einsicht in die eigene Persönlichkeit gelegt.

Sobald der eigene Traum nach diesem Schema sinnvoll gegliedert wurde, kann dieser systematisch analysiert und gedeutet werden. Dieses Schema ist für die eigene Traumdeutung nicht unabdingbar, denn zahlreiche Menschen deuten ihre Traumsymbolik ganz individuell. Nichtsdestotrotz ist es gerade für Anfänger ein leichter Einstieg in die Selbstanalyse. Auch Psychotherapeuten verwenden zum Teil solche Traumgliederungen, um die professionelle Analyse ihrer Kunden zu gewährleisten.

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