Träumen auch Tiere im Schlaf?

Wenn man Haustiere beim Schlafen beobachtet stellt man fest, dass sich ihre Augen und sogar ihre Pfoten manchmal bewegen und sie Laute von sich geben. Deshalb kommt immer wieder folgende Frage auf: Sind Tiere auch in der Lage zu träumen? Dies ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. 

Der Forscher Niels Rattenborg vom Max-Planck-Institut für Ornithologie geht davon aus, dass es schon aus einer evolutionären Perspektive wahrscheinlich ist, dass die Fähigkeit zu träumen in der Evolution bereits vor dem Menschen entstand. Das Schwierige ist nur, dies auch wirklich zu beweisen.

Erkennbare Traummuster bei Tieren

Eine grundlegende Erkenntnis wurde 1953 von amerikanischen Schlafforschern entdeckt. Die Forscher betrachteten das Schlaf- bzw. Traumverhalten bei Menschen und weckten die Testpersonen in einer bestimmten Phase auf. Alle Menschen, die in dieser Phase geweckt wurden, konnten sich besonders gut an ihre Träume erinnern. In dieser Phase bewegen sich die Augen besonders häufig, weshalb man diesen Schlafabschnitt Rapid Eye Moment, kurz REM-Phase, genannt hatte.

Einige Jahre später begann man, das Schlafverhalten von Tieren genau zu beobachten und zu erforschen. Dabei bemerkten Forscher, dass auch Tiere im Schlaf eine REM-Phase aufweisen. Außerdem stellten die Forscher fest, dass die Länge der REM-Phase mit der Größe des Gehirns zu tun hat. So nimmt die REM-Phase bei Säugetieren rund ein Viertel des Schlafs ein, bei Vögeln lediglich ein Prozent und bei Reptilien bleibt diese Phase anscheinend komplett aus. Ein definitiver Beweis für das Träumen von Tieren ist, dass Menschenaffen, denen die Zeichensprache erlernt wurde, in der Lage waren, ihren Pflegern von Träumen bzw. sogar Albträumen zu erzählen.

Eine weitere Studie handelt von Versuchsratten im Massachusetts Institute of Technology in Boston, deren Gehirnströme beim Durchlaufen eines Labyrinths gemessen wurden. Im Schlaf wurden diese weiterhin gemessen und man konnte Unglaubliches beobachten: Die Ratten gingen im Traum noch einmal durch das Labyrinth. Die Forscher waren sogar in der Lage, anhand beider Messergebnisse genau zu bestimmten, in welchem Teil des Labyrinths sich die Ratte aufhält und ob sie läuft oder stillsteht.

Der französische Forscher Michel Jouvet erzielte weitere interessante Ergebnisse mit einem Experiment an Katzen. Die natürliche Muskelerschlaffung, die normalerweise beim Schlafen eintritt, wurde bei den Tieren verhindert. Als die Tiere schliefen, begannen sie im Käfig herumzulaufen, sträubten das Fell und fingen sogar Kämpfe mit unsichtbaren Gegnern an.

Fazit:

Dieses Verhalten lässt darauf schließen, dass Tiere im Schlaf die Eindrücke des Tages durchleben und daher zucken, zappeln oder Laute von sich geben. Allerdings ist nicht klar, ob sich die Tiere ihrer Träume bewusst sind. „Solange es keinen verbalen Bericht über die bewusste Erfahrung des Träumens von einem Tier gibt, werden die Zweifel bleiben“, sagt Niels Rattenborg.

Wenn Ihr Haustier also einmal während eines Schläfchens plötzlich anfängt zu bellen, zu miauen oder die Pfoten bewegt, keine Sorge: Ihr Haustier verarbeitet gerade das Erlebte des Tages. Sie sollten Ihrem Schützling auf jeden Fall einen ruhigen Schlafplatz bieten, damit es in Ruhe die Geschehnisse verarbeiten kann, denn Tiere haben einen leichteren Schlaf als Menschen.

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