Die Traumzeit und in der Welt der Aborigines

Spätestens seit dem Film „Australia“ sind viele Menschen mehr oder weniger mit den Ureinwohnern Australiens vertraut. Doch so richtig viel wissen wir über dieses faszinierende Volk trotzdem nicht. Der Begriff „Aborigine“ wurde erstmals von den Europäern benutzt und leitet sich von dem lateinischen „origine“ (Deutsch: von Beginn an) ab. Die Aborigines nennen sich aber selbst nicht so, sondern geben ihren jeweiligen Stämmen unter anderem Namen von Himmelsrichtungen: „Yolngu“ (Norden), „Murri“ (Osten), „Koori“ (Südosten), „Nanga“ (Süden), „Nyungar“ (Südwesten), „Wonghi“ (Westen). Bis die Europäer auf dem fünften Kontinent landeten, hatten die Aborigines sich bestens an ihre Heimat angepasst und sich eine strukturierte Sprache und Kultur aufgebaut.

Mit der Ankunft der ersten Weißen im 16. Jahrhundert wurde die Kultur der australischen Ureinwohner nach und nach fast gänzlich zerstört. Als die Briten sich als Sieger im Kampf um die Eroberung des neuen Kontinents herauskristallisierten, folgten die ersten Sträflingstransporte britischer Gefangener nach Australien und Siedlungen entstanden. Diese Sträflinge sollten auf dem angeblich mit Schätzen überfüllten Kontinent die britische Schatzkammer aufbessern. Die Besiedlung führte selbstverständlich zu Konflikten mit der einheimischen Bevölkerung. Als die Aborigines Widerstand zeigten, wurden sie gejagt und als Menschen unterster Klasse behandelt. Man geht davon aus, dass vor der Ankunft der Europäer zwischen 750.000 und 1,5 Millionen Ureinwohner in Australien lebten. Anfang des 18. Jahrhunderts lag diese Zahl nur noch bei ca. 300.000 Aborigines und 1947 sogar nur noch bei 75.000. Erst im Jahre 1960 (!) nahm der menschenunwürdige Umgang mit den Aborigines allmählich ein Ende. Ihnen wurden verschiedene Bürgerrechte wie das Wahlrecht zugestanden und durch den „Aboriginal Land Rights Act“ von 1967 gingen bedeutende Territorien wieder an die Stämme über. Doch erst 1983 wurde ihnen das wichtigste Heiligtum ihres Glaubens zurückgegeben: der große rote Steinfels Uluru aka Ayers Rock. Heute sind nur noch knapp 2 % der australischen Bevölkerung von Aborigine-Herkunft. Diese ca. 400.000 Menschen tun jedoch alles in ihrer Macht stehende, um ihre Kultur und Sprache am Leben zu halten.

Wie die Welt aus einem Traum entstand

Die Kultur der Aborigines gilt als die älteste noch heute existierende Kultur in der gesamten Weltgeschichte, was durch 50.000 Jahre alte Felsmalereien belegt werden kann. Die Aborigines glauben, dass der Ursprung des Lebens in der sogenannten „Traumwelt“ liegt und von Generation zu Generation wurde dieser Mythos weiter gegeben. Die gesamte Kultur der Aborigines ist vom Zusammenleben von Mensch und Natur geprägt. Zeit stellt die Schöpfung der Welt dar und symbolisiert, dass alles was wir sehen oder auch nicht sehen, miteinander in Verbindung steht. Die Aborigines glauben, die Traumzeit ist eine „heilige fortlaufende Schöpfungsgegenwart“, die schon immer existiert hat und für immer bestehen bleiben wird. Unsere Welt ist damit nur ein Traum und Bestandteil der Traumzeit, die die eigentliche Realität darstellt. Alle Wesen und die Natur haben ihren Ursprung in dieser Traumzeit und werden „Ahnenwesen“ genannt. Außerdem glauben Aborigines, dass sie eine unsterbliche Seele haben, die ein Teil ihrer Ahnen aus der Traumzeit ist, und nach dem Tod wieder dorthin zurück wandert. Anschließend kommt wieder ein Teil dieser Seele zurück auf die Erde und wird in einer anderen Daseinsform wiedergeboren.

Durch Rituale und spezielle Magie, so heißt es, können Aborigines mit der Traumzeit in Kontakt treten. Dieses Wissen ist jedoch streng geheim und wird nur auserwählten Aborigines zu Teil. Dennoch gibt es viele Tänze, die der Weitergabe des Wissens über die Vergangenheit dienen. Diese Tänze können von allen Mitgliedern des Stammes praktiziert werden und dauern nicht selten mehrere Tage an. Dabei werden die Körper und Gesichter der Aborigines bemalt und Tiere oder Naturereignisse nachgeahmt. Natürlich spielt Musik bei diesen Ritualen auch eine bedeutende Rolle und somit liegt auch der Ursprung vom Didgeridoo in diesem Brauch.

Die Natur ist der zentrale Mittelpunkt allen Seins nach dem Glauben der Aborigines und daher wird alles dafür getan, diese im Namen der Vorfahren in der Traumzeit zu beschützen und zu bewahren. So ist es zum Beispiel für die Aborigines ein Unding, auf ihren heiligen Berg Uluru zu klettern.

Wie die Aborigines heute leben

Wie bereits erwähnt, ist die Kultur und die Denkweise der Aborigines heute immer noch die gleiche und es bei ihnen gibt kaum jemanden, der nicht an die Traumzeit glaubt. Leider haben sie immer noch mit großen Problemen zu kämpfen sind von Existenzschwierigkeiten und hoher Arbeitslosigkeit bedroht. Fast Dreiviertel leben in Großstädten, führen aber trotzdem einen anderen Lebensstil als die weißen Australier und verfügen nicht selten über keine Wohnung, sondern leben ähnlich wie Nomaden. Zwar ist die Akzeptanz der weißen Bevölkerung vor allem bei den jungen Menschen deutlich besser geworden, doch es gibt immer noch Leute, die die Aborigines als minderwertig betrachten. Um so schöner ist es deshalb. dass in letzter Zeit vor allem Tanz- und Musikgruppen, Schriftsteller und Maler mit Aborigine-Herkunft im eigenen Land sowie in der übrigen Welt große Erfolge erzielen konnten.

Du möchtest besser schlafen und Schlafstörungen beseitigen?

Melde dich zum kostenfreien Newsletter an und erhalte das E-Book "BESSER SCHLAFEN: Praktische Tipps um besser zu schlafen und Schlafstörungen zu beseitigen".
Powered by