Unterbrochene Träume und ihre Auswirkungen

Das Träumen ist für den Menschen von großer Bedeutung, denn man verarbeitet durch Träume das Tagesgeschehen oder bereits länger vergangene Ereignisse und Erlebnisse. Allerdings leiden viele Menschen heutzutage an einem sogenannten „Traummangel“. So ein Mangel, beziehungsweise auch unterbrochene Träume, können sich stark auf die Psyche auswirken und auch im Wachzustand negative Einflüsse auf den Mensch haben.

Die Studien der Universität Chicago

Wissenschaftler der Universität Chicago haben über 10 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Traumforschung. Die Spezialisten konzentrierten sich dabei hauptsächlich auf die „Mechanik“ der Träume sowie auf deren Beziehung zur Psyche im Alltag. Bereits anfängliche Studien öffneten in der Traumforschung neue Türen. Die Experten fanden heraus, dass jeder Mensch pro Nacht fünf bis sechs Träume erlebt. Dabei wechseln einander Traum- und Tiefschlafphase in einem etwa einstündigen Rhythmus ab. Außerdem fanden die Wissenschaftler heraus, dass am Anfang der nächtlichen Schlafphase die Träume nur ungefähr 10 Minuten lang dauern und gegen Ende des Schlafens zunehmend länger werden. Der letzte Traum kann unter Umständen sogar 30 Minuten andauern. Außerdem fanden die Forscher sehr viel über unterschiedliche Traumarten heraus. So gehen die Spezialisten davon aus, dass die ersten Träume in der Nacht meist das Alltagsgeschehen zum Thema haben und dieses verarbeiten. Bei den darauf folgenden Träumen handelt es sich meist um Wunschträume oder Schreckensbilder aus der Vergangenheit. Der längste und letzte Traum kehrt dann wieder zur Gegenwart zurück und beschäftigt sich erneut mit dem Alltagsleben.

Die Forscher der Universität Chicago kamen zu diesen Ergebnissen, indem sie eine Reihe von Testpersonen beim Schlafen analysierten. Sie weckten die Testpersonen immer dann auf, wenn diese Anzeichen vom Träumen zeigten – das heißt, wenn sich ihre Augen hin und her bewegten („Rapid Eye Movement“) und ihre Gehirnströme aktiver wurden. Die Forscher maßen die Ströme mithilfe von Elektro-Enzephalographen, die jede Gehirnaktivität aufzeichneten. Die Experten erkannten, dass der Apparat in regelmäßigen Abständen von in etwa einer Stunde von gleichbleibenden Wellenlinien des tiefen Schlafes zu horizontalen aktiven Linien wechselte. Diese Linien überschneiden sich exakt mit denen im Wachzustand. Außerdem reagierten die Elektroden am Gehirn sowie an den Augen immer gleichzeitig und sogar die Herztätigkeit nahm zu.

Die Professoren der Universität Chicago weckten eine Testperson außerdem jedes Mal, wenn die Elektroden Gehirn- und Augentätigkeiten registrierten und fragten sie, ob sie gerade einen Traum erlebt hatten. Dies traf meistens auch zu, allerdings war zu beobachten, dass die Testpersonen manchmal verärgert reagierten, weil ihr Traum unterbrochen worden war. Dies brachte die Wissenschaftler auf eine neue Idee und sie erforschten gezielt das unterbrochene Träumen.

Die darauf folgenden Versuche, das Träumen bei Testpersonen zu unterbrechen, brachte den Wissenschaftlern erstaunliche Erkenntnisse: Menschen, die aus ihren Träumen geweckt werden, reagieren am nächsten Tag zunehmend reizbar, nervös und sogar vergesslich. Wurden die Personen dann in der folgenden Nacht nicht geweckt, erhöhte sich die Anzahl der Traumphasen sogar um das Doppelte. Am nächsten Morgen war die Testperson wieder guten Mutes und fröhlich. Die Wissenschaftler kamen zum Ergebnis, dass bei Menschen ein gewisser „Traumhunger“ existiert, der jede Nacht gestillt werden sollte. Träume sind damit „Vitamine für die Seele“.

Der Fall von einem Rundfunkansager, der sich aufgrund einer Wette 200 Stunden lang wach hielt, bestätigte diese Theorie. Als dieser am Ende seiner Kräfte war und sich mit psychischen Verwirrungen schlafen legte, stellten die Traumforscher fest, dass der Moderator viel länger und öfter träumte als ein normal Schlafender. Er schlief insgesamt 13 Stunden und träumte davon 4 Stunden lang. Es schien so, als ob der Rundfunkansager nicht nur seinen Schlaf, sondern auch seine Träume nachholen musste.

Die Forscher der Universität fanden zusätzlich heraus, dass Träume und reales Hungergefühl in Verbindung zueinander stehen. Testpersonen, deren Träume unterbrochen wurden, wiesen ein vermehrtes Hungergefühl auf. Dieses ging sogar so weit, dass Testpersonen, die bewusst regelmäßig aus ihren Träumen geweckt wurden, ihren Appetit am Tag kaum zügeln konnten und wöchentlich sogar bis zu 2 Kilo zunahmen. Außerdem ließen sie ein nervöseres Verhaltensmuster erkennnen. Alle Symptome verschwanden sofort wieder, als die Forscher ihre Testpersonen wieder ungestört träumen ließen.

Träumen ist gesund

Sie sehen: Schlaf und räume tragen viel zu einem gesunden Lebensstil bei. Nur wenn Sie ausreichend schlafen und vor allem häufig träumen, können Sie ein ausgeglichenes Leben führen und leiden weniger an Hungerattacken, Gewichtszunahme, Vergesslichkeit oder Nervosität.

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