Warum träumt der Mensch – biologische und psychische Hintergründe

In der Welt der Schlaf- und Traumforschung ist mittlerweile eindeutig entschieden, jeder Mensch träumt. Man mag sich nach dem Aufwachen womöglich nicht immer an seine Träume erinnern, jedoch ist das kein Grund anzunehmen, man habe nicht geträumt. 

Wissenschaftler beschreiben das Träumen als das subjektive Erleben, welches uns ausmacht. Dieses schaltet sich weder nachts noch im Wachzustand ab. Beispiel dafür ist, dass Menschen, die kurz nach dem Einschlafen aufgeweckt werden, meist von Träumen berichten. Doch wieso träumt der Mensch? Mit dieser Frage wird sich hauptsächlich im Fachgebiet der Psychologie beschäftigt.

Psychologische Hintergründe des Träumens

Die meisten träume, die man nachts hat, sind sehr bizarr, bunt und voller Dinge, die in der Realität nicht möglich wären. Forscher nehmen an, dass wir zum einen Träumen, um neu Erlerntes und aktuelle Erfahrungen zu speichern. Diese aktuellen Geschehnisse werden während des Traumes mit bereits erfahrenen Ereignissen, die sich oft ähneln oder die jeder individuell miteinander verbindet, verbinden. Im Traum können solche emotional ähnlichen Inhalte aufgegriffen werden und Inhalt unseres subjektiven Erlebens sein. Auf der anderen Seite sehen Forscher die Träume als ein Hilfsmittel, um mit aktuellen Situationen und auch Problemen umzugehen. Da im Traum vieles möglich ist, das in der Realität so nicht funktionieren könnte, werden Träume als ein kreativer Weg gesehen, Erlebnisse nicht nur zu verarbeiten, sondern auch Lösungen für Probleme zu finden.

Wiederum andere Theorien der Traumforschung nehmen an, das wir uns im Traum auf kommende Ereignisse und Herausforderungen vorbereiten und zudem praktische Dinge lernen können, die im späteren Leben angewandt werden. Belegt ist dies nicht, jedoch gehen Forscher davon aus, dass auch Kinder im Traum bereits viel für kommende Situationen lernen. Besonders die aktivste Traumphase, die REM-Schlafphase, soll dabei eine Rolle spielen. Auch wenn Schlafforscher annehmen, dass wir auch in der Tiefschlafphase träumen, in der REM-Phase finden die bildlichen, anregenden und sehr real wirkenden Träume statt. Diese Phase macht insgesamt etwa 20 Prozent des gesamten Schlafes aus. Das Lernen im Traum beschränkt sich dabei nicht nur auf positive Erfahrungen. Besonders nützlich wird es im Zusammenhang mit negativen Erfahrungen und Angst gesehen. In Albträumen werden Gefahrensituationen wieder abgespielt, um aus ihnen zu lernen und sich bei erneutem Auftreten besser und sicherer Verhalten zu können. Durch diese Verarbeitung lernt man auch, Gefahren zukünftig aus dem Weg zu gehen. Sie können aber auch dazu dienen, sich mit Ängsten auseinanderzusetzen und sich diesen zu stellen.

Biologische Hintergründe des Träumens

In der Medizin beschäftigt sich besonders das Gebiet der Neurobiologie mit dem Phänomen „Traum“. In den letzten Jahren hat sich daraus das relativ junge Forschungsgebiet der Somnologie – Schlafforschung – entwickelt. Da Träume im Gehirn stattfinden und dessen Aktivitäten im Traum ähnlich hoch sind wie in der Wachphase, sind Forscher besonders an den Hirnströmen und den Ursachen interessiert. Träume lassen sich jedoch nicht aufzeichnen wie ein Bild. Es lässt sich lediglich eine Wiedergabe der Hirnströme durch den jeweiligen Ausschlag von Messgeräten festhalten. Die Erforschung von Träumen findet dabei in sogenannten Schlaflabors statt.

Die Frage nach dem „Warum“ ist eines der Zentralen Gebiete, mit denen sich die Somnologie befasst. Die Forschung auf dem Gebiet der Träume ist jedoch noch sehr jung. Erst im Zeitraum der 50er Jahre wurde mit der Erforschung des Schlafes begonnen. In diesem Zug stieß man auch auf die Erkenntnis, dass der Mensch mehrere Schlafphasen durchlebt, in denen das Gehirn unterschiedlich aktiv ist. In der sogenannten REM-Phase ist das Gehirn am aktivsten. Selbst die Bewegungen, die man im Traum macht, würden übernommen werden, den auch der Motorcortex ist im Traum aktiv. Damit man im Traum jedoch nicht tatsächlich herumläuft und die subjektiven Erlebnisse umsetzt, werden die Bewegungen bzw. diese Reizübertragungen an die Muskeln vom Hirnstamm unterbrochen.

Aus biologischer Sicht konnten jedoch noch keine Gründe gefunden werden, wieso es zu diesem Phänomen Traum kommt. Die meisten Ergebnisse und Meinungen bilden sich aus dem Gebiet der Psychologie heraus.

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